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Vorschule der Geologie : eine Anleitung zur Beobachtung und zum richtigen Verständniss der noch jetzt auf der Erdoberfläche vorgehenden Veränderungen sowie zum Studium der geologischen Erscheinungen überhaupt : nach dem "Geological Observer" des Sir Henry T. de la Beche : mit über 300 in den Text eingedruckten Illustrationen in Holzschnitt / Henry T. de la Beche ; frei mit Zusätzen bearbeitet von Dr. Ernst Dieffenbach
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368
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SC8 Complicirt durch verschiedene Gesteinsbeschaffenheit.

sehr mannigfaltig sind. Nehmen wir deshalb in dem obigen Durch-schnitt statt einem homogenen Körper eine grosse Mineralmasse, wiez. B. Granit an, der zwei Ablagerungen trägt, eine bei die aus Schich-ten von einer harten, zusammenhängenden Substanz besteht, wie dich-ter Kalkstein, und eine andere bei c, aus schwach zusammenhängendenSchichten von lockerem Sand und Gerolle gebildet, so begreift sich,dass der Stoss, welcher bei / anschlägt, leicht längs der Flächen derKalksteinschichten fortgepflanzt werden kann, während die Welle, ob-gleich der Stoss die lockeren Ablagerungen bei e mehr seitlich trifft,daselbst aus Mangel an hinreichendem Zusammenhang der Theile mehrcomplicirt sein kann.

Es bieten sich von selbst zahllose Modificationen der oben berühr-ten Lagerungsverhältnisse dar, hauptsächlich in Bezug auf die Unter-terbrechungen in der Richtung der Erdbebenwelle durch gebogene undverschiedentlich -gemischte Massen von festen und locker verbundenenGesteinen in gebirgigen Distrieten, durch die langen weit verbreitetenSchichten von mit einander geschichteten und unähnlichen Substanzen inmanchen Gegenden, durch die Zerreissungen und den Wechsel vonMineralmassen in anderen und durch die Abwechslung von thätigenvulkanischen Distrieten mit solchen von einem sehr verschiedenen Ur-sprung. Ein Erdstoss kann in seiner Kichtung und Intensität mo-dificirt sein , wenn er in horizontalen oder fast horizontalenSchichten wahrgenommen wird, die aus verschiedenen Gesteinen be-stehen, wie in dem folgenden Grundriss, Fig. 154, wo / Kalkstein,

Fig. 154.

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eg Thon, dh Sandstein und ei ein Conglomerat darstellen soll, wel-ches in einer beckenförmigen Vertiefung ruht, wie in dem folgendenDurchschnitt, Fig. 155, von derselben Gegend, welche aus harten Schi®"

Fig. 155.

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fern und Kalksteinen gebildet ist, die vor der Ablagerung der zuerstgenannten Schichten in eine verticale Lage aufgerichtet worden waren-Geht der Stoss in der Richtung ab, so kann er in dieser Kichtungleicht die verticalen Gesteine durchlaufen, während sowohl die D» uerals die Intensität in irgend einer Stadt, welche auf dem inneren Kalk"stein liegt, sehr modificirt ist, ein Streifen, der vielleicht viele Meü en