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Erhebung und Senkung von Landmassen
Zur Erklärung der allmäligen Senkung und Hebung des Bodens,auf welchem der Serapis-Tempel steht, und welche er für erwiesenhält, bezieht sich Babbage auf die Volumveränderungen, welche inden Gesteinsablagerungen durch den Unterschied der Wärme in ihnenin verschiedenen Zeiten hervorgebracht werden können; eine wichtigeBetrachtung, nicht nur in Bezug auf ein kleineres Areal dieser Art,sondern auch in Bezug auf die Erhebung und Senkung grosser Land-massen, welche selbst beträchtliche Theile von Continenten ausmachen.Er bemerkt, dass in Folge der Veränderungen, die jetzt auf der Erdober-fläche vor sich gehen, die Flächen gleicher Temperatur innerhalb ihrerRinde beständig ihre Form verändern und mächtige Schichten nachaussen hin Temperaturveränderungen aussetzen müssen, und dass durchdie Ausdehnung und Zusammenziehung dieser Schichten wahrscheinlichSpalten gebildet, Bergketten und selbst Continente emporgehoben wer-den. Hinsichtlich dieser Resultate bezieht sich Babbage 1) auf dieZunahme der Temperatur von der Oberfläche nach dem Innern derErde, 2) auf die Ausdehnung fester Gesteine durch die Wärme, wäh-rend Thon und einige andere Substanzen sich unter denselben Umstän-den zusammenziehen, 3) auf die ungleiche Wärmeleitung durch ver-schiedene Mineralablagerungen, 4) auf die verschiedene Wärmeaus-strahlung von der Erde in verschiedenen Theilen ihrer Oberfläche, j enachdem sie mit Wäldern, Bergen, Wüsten oder mit Wasser bedecktist, und 5) auf die vorhandenen atmosphärischen Einflüsse und andereUrsachen, die beständig die Oberflächenbeschaffenheit der Erde ändern-Babbage wendet diese Ansichten auf den Boden an, auf dem der Serap' 3 'Tempel steht, und glaubt, dass er eine erhöhte Temperatur hatte, a ^ 9dieser Tempel zuerst errichtet wurde, dass er sich später durch lang'same Abkühlung zusammenzog, und dass, als diese Zusammenziehungeinen gewissen Punkt erreicht hatte, ein neuer Zutritt von Wärm 6aus irgend einem benachbarten Vulkane durch die Vermehrung & eiTemperatur der Schichten eine abermalige Ausdehnung hervorbrachtowelche den Tempel zu seinem jetzigen Niveau zurückbrachte*).
Verlassen wir den kleinen Flächenraum von Neapel, wo Compl*cationen durch den vulkanischen Charakter des Districtes entstehen ko nnen, so haben glücklicher Weise lange und sorgfältige Beobachtung 60im nördlichen Europa dargethan, dass sich Schweden und Norwegen a ^ seine Landmasse langsam und ruhig während der historischen Zeit üb® rden Spiegel des Meeres erheben. Vor ungefähr 150 Jahren schloss C e ^sius aus einigen Thatsachen, dass das Niveau der Ost- und Nor<l 3ßelangsam sinke, wie man damals in Bezug auf irgend eine relative ^ e °Änderung des Niveaus von Meer und Land leicht annehmen konn teObgleich Playfair andeutete, dass es in Uebereinstimmung mit & el
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‘) Proceedinge of the geological Society of London, vol. II, March 1834-