XLIV
er seine Gabe dem Leser mit der freudigsten und zu-versichtlichsten Hoffnung entgegen. Denn zu fest ister überzeugt, dass es ein sehr Edles und Köstlichesist, was hiemit der 0 effenthchkeit überleben wird.Es ist die unschuldige und naive Genialität eines Geistes,der selbst im Unbedeutendsten noch gross ist, undder sich nicht zu schämen braucht, die Welt in dieverborgensten Falten seiner Seele blicken zu lassen.Tiefsinn und Witz, Ernst und Humor, Religiosität undin-dividuelleFreiheitreichen sich hier überall dieHand, undliefern den für Viele gegenwärtig leider nothwendig ge-wordenen Beweis, dass man allerdings ein selbständigerund geistesfreier Mann sein kann, ohne desshalb auf-hören zu müssen, ein entschiedener und demüthigerGeist zu sein. Ja, vermöchte das Baaderische Tage-buch weiter nichts zu leisten, als dass es als leben-diger Protest gegen jenen Bund einer sogenanntenWissenschaftlichkeit und des Atheismus (Antichristia-nismus) aufträte, den man täglich ungescheuter alseine geistige Nothwendigkeit unserer Fortschritte an-zupreisen sucht, — schon dadurch allein würde esder Gegenwart einen nicht hoch genug anzuschlagen-den Dienst erweisen. Dem, der seinen ganzen Schatzzu heben weiss, bietet es überdiess noch unendlichmehr.
Erlangen, den 22. April 1850.
Der Herausgeber.