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Die Armee in der Bewegung : I. Innere Anordnungen, [II. Hindernisse der Bewegung] : mit 8 Tafeln und Plänen / [Josef Gallina]
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§ 4. Innere Anordnungen bezüglich des Marsches hei einer Armeecolonne. 23

Der Marsch in Staffeln findet besonders dann Anwendung, wennes in der Absicht liegt, eine Armeecolonne nach dem Durchziehen eineslangen, mehrere Tagmärsche betragenden Defiles heim Ausgange desDebouchees in die Ebene in möglichster Stärke zu entwickeln.

Aber, selbst wenn alle Bedingungen sich erfüllen Hessen, kannauch im Hochsommer durch anhaltend übles Wetter, durch zerstörteBrücken u. dgl. das Abrücken in zwei Staffeln unmöglich werden.

In solchen Fällen würde man blos einen Staffel in Marsch setzen»den andern jedoch erst am folgenden Tage abrücken oder wie gewöhn-lich marschiren, d. i. mit Normalabständen bivakiren lassen.

10 .

Muss während des Marsches von der ursprünglichen Marschrich-tung nach rechts oder links abgewichen werden, so bedingt dies inso-lange keine Aenderung in der Reihenfolge der Divisionen, als die neueDirection nicht nahezu unter einem rechten Winkel von der anfänglicheingeschlagenen abgeht.

Fällt aber die neue Richtung senkrecht auf die ursprüngliche, sowird zumeist eine Aenderung in der Reihenfolge hei den einzelnen Corpsund Divisionen nothwendig, da vor Allem zu trachten ist, dass selbenicht zu Umwegen oder gar rückgängigen Bewegungen genöthigt werden.Namentlich bei Disponirung der Nachschubsanstalten ist sorgfältig dasneue Verhältniss in Erwägung zu ziehen, damit nicht einzelne Divi-sionen mit der Verpflegung aufliegen.

Angenommen, eine Armeecolonne (Siehe Taf. E) würde den rech-ten Flügel der von Znaim gegen die Elbe vorrückenden Armee bilden,und diese Colonne erhielte am 3. Marschtage den Befehl, auf den LinienTrebitsch Brünn Jarmeritz Eibenschütz Austerlitz gegenOlmütz in nachstehender Weise abzurücken: