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Die Armee in der Bewegung : I. Innere Anordnungen, [II. Hindernisse der Bewegung] : mit 8 Tafeln und Plänen / [Josef Gallina]
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§. 17. Formationen der Armee bei Flussübergängen etc.

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wegen Mangel an der nöthigen Uebermacht oder wegen schwierigenTerrainverhältnissen nicht möglich wäre. In solchen Fällen muss derDurchbruch mit einer den Erfolg verbürgenden Truppenmasse an demtaktisch günstigsten Punkte unternommen werden, während gegen dieübrigen Uebergangsstellen blos demonstrativ vorzugehen ist.

Uebergang der französischen Armee über die Donau zwischen20. und 22. Mai 1809.

(Hiezu Tafel IV.)

Nap ole on, am 12. Mai in den Besitz von Wien gelangt, trachteteinen entscheidenden Schlag zu führen, ehe die auf dem linken Donau-ufer im Rückzuge gegen Wien begriffene österreichische Armee sicherholen und verstärken kann. Er triift rasch alle Anstalten, um über denStrom zu setzen und auf dem jenseitigen Ufer festen Fuss zu fassen.

Ein Uebergangsversuch bei Nussdorf missglückt; aber der fran-zösische Feldherr, entschlossen, den günstigen Moment auszunützen,lässt bei Kaiser-Ebersdorf die Vorbereitungen zum Uebergange durchMassena treffen. Diesen fordert er auf, die grösste Thätigkeit zu ent-wickeln und jene Vorsichtsmassregeln zu vervielfältigen, welche dieErfahrung und die Regeln für den Krieg vorschreiben;denn derUebergang über einen grossen Fluss, Angesichts derfeindlichenArmee sei eine äusserstschwierigeOperation.Es genüge nicht, Brücken und das jenseitige Ufer zu be-sitzen; man müsse sich dasei bst auch zu behaupten wissenund den nöthigen Raum zur Entwicklung hinlänglicherKräfte gewinnen.

Von den Oesterreichern hat vorerst nur die Vorhut das March-feld erreicht, während von den französischen Streitkräften bereits soviel um Wien versammelt ist, dass die Armee in kürzester Frist überden Strom setzen und auf dem linken Ufer erneuert zur Schlacht bereitsein kann.

Die Vorbereitungen zum Uebergange bei Ebersdorf erfolgen mitfieberhafter Thätigkeit. Dabei sind die Franzosen auf Nothmittel be-schränkt, indem ihnen blos Schiffe von verschiedener Form und Trag-fähigkeit, Flösse und statt der Anker blos Fischergeschirre mit Ge-schützkugeln gefüllt zur Verfügung stehen.

Ein entsprechender Truppentheil deckt um Ebersdorf diese Vor-bereitungen.

Den Beginn des Brückenschlages über die beiden Hauptarmeder Donau ordnet Napoleon derart an, dass am 20. Mai schon vor