§. 17. Formationen der Armee bei Flussübergängen etc.
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Die österreichischen Vortruppen ziehen sich zurück und es de-bouchirt noch am Abende leichte Ca Valerie unter CommandoLasalle’süber Esslingen in das freie Terrain des Marchfeldes, um einen Vorhang zubilden, hinter welchem die Armee den Uebergang bewerkstelligen undsich am linken Ufer versammeln kann. Um den Ausgang des Brücken-debouchees zu sichern, wird unverweilt an die Errichtung einesBrückenkopfes Hand angelegt.
Das IV. Corps vollführt während der Nacht über den Stadlerarmden Uebergang, der aber wegen ungenügender Festigkeit der Brückenur langsam von statten geht.
Am 21.
Morgens steht von der österreichischen Armee:
Corps 5 (Keuss) am Fusse des Bisamberges, von der Höhe vonNussdorf bis unterhalb Korneuburg;
Corps 6 (Hiller) auf den Eideaux von Stammersdorf;
„ 1 (Bellegarde) auf jenen von Gerasdorf;
„ 2(Hohenzollern) von da gegen Süssenbrunn;
„ 4 (Rosenberg) gegen Wagram an beiden Ufern des
Russbaches.
Nur Cavalerietruppen sind vor Tagesanbruch gegen Aspern inBewegung gesetzt.
Den Vorhang, welchen dieselben bilden, vermag man aber fran-zösischer Seits nicht zu lüften, da die schwere Reiterei noch nicht daslinke Ufer erreicht hat.
Die Entfernung und Lage der österreichischen Bivakfeuer wäh-rend der Nacht und die Meldungen der französischen leichten Cavalerieam 21. Abends, dass das Terrain vor Aspern und Esslingen gänzlich vomFeinde frei sei, lassen den französischen Feldherrn vermutheii, dass erZeit finden werde, seine ganze Armee auf das jenseitige Ufer zu brin-gen und erst bei Stammersdorf oder W olkersdorf mit den Oesterreichernzusammenzutreffen. Beweis dessen, dass er nur die allgemeine Dis-position erlässt: „Die Donau zu passiren und auf den Feindloszugehen.“
Gegen Mittag beginnt aber die österreichische Armee ihren An-griffsmarsch in 5 Colonnen:
1. Corps 6 über Stadlau gegen Aspern;
2. „ 1 gegen Hirschstetten;
3. „ 2 über Breitenlee gegen Aspern (hier Vereinigung mit
der 4. Colonne);
4. Hälfte des 4. Corps über Raasdorf auf Esslingen;