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Die Armee in der Bewegung : I. Innere Anordnungen, [II. Hindernisse der Bewegung] : mit 8 Tafeln und Plänen / [Josef Gallina]
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§. 17. Formationen der Armee bei Flussübergängen etc.

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Während dieser Vorgänge hat Napoleon den Bau von Joch-brücken über die beiden Hauptarme bei Ebersdorf und stromaufwärtsdie Herstellung einer Estacade angeordnet. Ausserdem wird unterhalbder beiden Jochbrücken je eine Schilfbrücke vorbereitet und die überden 2. Hauptarm Mitte Mai angelegte Verpfählung als dritte Brückefür Infanterie gangbar gemacht.

An Verschanzungen sind in Angriff genommen:

a) auf dem Biberhaufen (J. Masse na) ein mit Verhau verstärk-tes Erdwerk; bei selbem ankern Kanonier-Schaluppen, Pontonsund Boote;

b) auf dem Zanethaufen (J. S. Hilaire) und in der Herrn-Audie in der Karte ersichtlichen Erdwerke;

c) auf dem Uferhaufen (J.Lannes) ein Epaulement und hart amUfer der Lobau eine Batterie für 10 Geschütze und 4 Mörser;

d) Batterien sind auf der Taborauinsel und bei Nussdorf angelegt,um von da aus bis Spitz (Florisdorf) den Strom zu beherrschen.Das Kaiser- und Fahnenstangenwasser werden überbrückt, wo-durch die Taborau mit der Leopoldstadt verbunden ist.

e) auf dem Durchschlaghaufen 3 Batterien.

Die Werke werden mit 109 Geschützen, darunter 92 schwerenCalibers, dem Wiener Arsenale entnommen, armirt.

Die Hauptwerfte ist hinter der Mühlinsel (J. Alexander), einezweite hinter dem Zanethaufen (J. Hilaire) angelegt. Indem kleinenArme hinter ersterer sammelt man 21 Pontons, 22 Flösse und vieleFahrzeuge von verschiedenen Dimensionen, hinter letzterer 2 Kanonen-boote und mehr als 21 andere Schiffe.

Pulver- und Verpflegs-Vorräthe werden in der Lobau dem Be-dürfnisse der Gesammtarmee entsprechend aufgestappelt und Bäcke-reien errichtet.

Um nach allen Kichtungen die Bewegung in der Lobau zu er-möglichen und auch bei Hochwasser sichere Communicationen zu be-sitzen, wird über Altwässer, Gräben, sumpfige Niederungen etc. jenach Bedarf die Anlage dammartiger Colonnenwege und zahlreicherBrücken angeordnet ').

) Die hier angeführten Fragen, welche Napoleon am 15. Juni anGeneral Bertrand, den Genie-Chef der Armee stellt, zeigen, wie eingehendderselbe sich selbst mit Details befasste, besonders wenn diese auf den Erfolgder Operationen von Einfluss waren.