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Die Armee in der Bewegung : I. Innere Anordnungen, [II. Hindernisse der Bewegung] : mit 8 Tafeln und Plänen / [Josef Gallina]
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Die Armee in der Bewegung.

In Folge dieser Allarmirung entwickeln sich österreichische Vor-truppen östlich von Aspern und die Besatzungen der Verschanzungeutreten in Kampfbereitschaft. Die Corps brechen auf, um sich derDonau zu nähern, doch bleiben das 5. (Reuss) und 6. (Klenau) inihrer Aufstellung, um einem möglichen Uebergange bei Nussdorf ent-gegen zu wirken. Es werden mithin gegen die feindliche Uebergangs-stelle im Ganzen gegen 110.000 Mann mit 452 Geschützen in Bewe-gung gesetzt.

Am 1. Juli.

nimmt das 4. Corps (Rosenberg) Stellung bei Probsdorf und Wittau,das 3. Corps (Kolowrat), zur Unterstützung von Esslingen bestimmt,zwischen diesem Orte und dem Esslinger Schallerhofe, das 2. Corps(Hohenzollern) seit- und rückwärts des 6. (Avantgarde des rechtenFlügels), das 1. Corps (Bellegarde) hinter Breitenlee, Grenadierehinter Raasdorf, Cavaleriereserve hinter dem 2. und 3. Corps.

Das Eintreffen in die Linie Breitenlee-Schönau erfolgt mit demHaupttheile der Armee um 5 Uhr Morgens und zeigt, dass der Gene-ralissimus den Stromübergang von Seite des Feindes abermals ausder Mühlau zwischen Aspern und Esslingen gewärtigt.

Sollte die österreichische Armee nicht blos diesen Punkt, son-dern die Stromstrecke längs der Lobau, wo überall der Uebergangmöglich bleibt, beherrschen, so musste die gesammte Kraft in concen-trirter Stellung (etwa vor Raasdorf) gehalten werden, weil sie dannleicht auch gegen jeden anderen Punkt dirigirt werden konnte.

Am 2. Juli

erlässt Napoleon folgende Disposition für den Massenübergang.

Titel I.

1. Am 4., zu einer Stunde, welche später bestimmt wird, hatGeneral Oudinot einen Brigade-General und vier bis fünf Voltigeur-Bataillone, im Ganzen 1500 Mann an dem durch Schiffscapitän Bastebezeichneten Punkte einzuschiffen, um sich des Hanselgrundes zu be-mächtigen. Capitän Baste hat mit acht armirten Fahrzeugen voran-zufahren und die Landung durch ein lebhaftes Kanonenfeuer derartzu decken, dass er die feindlichen Batterien der Länge nach bestreicht,die gleichzeitig von unseren Batterien beschossen werden.

2. General Bertrand wird Befehl ertheilen, dass am 3. um6 Uhr Abends, dort, wo an der Mündung des Stadlerarmes eine Brückegeschlagen werden soll, vier Donau-Plätten mit Schiffleuten, den zumUeberschiffen uöthigen Geräthen, einem Wellbaume, endlich einem