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und nur in vier stücken theile davon vorhanden; eine mit zwei sehr zarten und dichten übereinander befindlichen decken, wie man sie bei tegenaria findet; auf einem andern mehr lockerngewebe liegt die abgestreifte haut einer jungen spinne. Von sackspinnen habe ich nur einetwa zollamres, undurchsichtiges und dichtes gewebe aufgefunden. Dasz ganze gewebe vonradspinnnen eingeschlossen sein sollten, liiszt sich einmal wegen der kleinheit der bernstein-stücke, dann auch wegen der verticalen ausspannung des gewebes nicht erwarten, wol aberfinden sich enden der gewebe, an denen die radien durch spitzwinklicli anstoszende fädenverstärkt und gespannt sind. An einem stück ist die bernsteinflüssigkeit längs diesen fädenherabgeflossen, in gröszern und kleinern kügelchen und tropfen erhärtet und so von einemspätem bernsteingusse umflossen. Die tröpfclien sind wie perlen an eine sclmur angereiht,und wie sich aus einem durchschnitte ergibt, inwendig dicht. In einem stück sind mehrerejunge kreuzspinnen, wie sie bei lebenden arten nach dem ausschlüpfen «aus dem ei sich nocheine zeitlang haufenweise bei einander halten, mit einem theile eines unregelmiiszigen gewebesund abgestreiften häuten eingeschlossen. Bekanntlich sind die zwischen den radien ausge-spannten eoncentrisehen fäden klebrig und zeigen sich bei vergröszerung mit kleinen kügel-chen des klebstoftes besetzt. In solchen fäden mit noch anhängendem kügelchen hat sich ineinem stück eine schattenmücke (sciophila) verwickelt; daneben sitzt der lauernde rliuber, ganzzusammen gekauert, aber an den füszen als zilla zu erkennen; beide hat dann der überschüt-tende bernstein gefangen genommen. Es ist also nicht zu bezweifeln, dasz die spinnen damalswie jetzt ihre verschiedenen gewebe angefertigt haben, dasz sie eben so vorsichtig auf ihrenraub gelauert, eben so kühn im angriff und schonungslos im vertilgen von mücken und flie-gen und anderm ohne pass vagabundirenden insecten gesindel gewesen sind.. Aber auch ihrefortpflanzung und Vermehrung ist in gleicher weise vor sich gegangen. Die art der paarungist schon bei flegia erwähnt worden. Die gelegten eier wurden damals wie jetzt in gespinnsteeingehüllt. Ein rundliches nestchen enthält ganz die starken, gekräuselten fäden, wie sie heider kreuzspinne Vorkommen und bei durchfallendem lampenlichte sieht man deutlich im in-nern die eier. Ein anderes gewebe ist wahrscheinlich auseinander gerissen und nur äuszerlichhängen noch einzelne eier an demselben; ein drittes stück enthält vertrocknete braun gewor-dene eier zwischen auseinander gezogenen fäden eines nestchens.
2. Ortl. Chernctida. Scheeremphmen. 22 stück.
In bezug auf diese tliiere erlaube ich mir auf die Schriften der naturf. gesellschatt in Dan zig . Bd. IV. lieft. 2 . 1855. zu verweisen.
•>. Ord. Phalangida. Weberknechte. 45 stück.
Zu den hei Koch und B. org. Überreste I. 2. p. 97—102. aufgeführten gattungen und artenmeiner Sammlung sind einige neue hinzugekommen, die jedoch über die lebensweise der thierekeinen besondern aufschlusz geben. Erwähnen aber will ich noch, dasz die daselbst p. 102.