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Programm, womit zu der am Montag den 17. März 1856 von 8 1/2 Uhr Vorm. und 2 1/2 Uhr Nachm. an stattfindenden öffentlichen Prüfung der Schüler der Petrischule / ergebenst einladet Dr. Strehlke
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flügelte lachnus arten vorhanden, nebst einer abgestreiften haut, von der letzten häutung, dadie flügelscheiden bis über die mitte des hinterleibs reichen. Eins der ungeflügelten thiere, 1.glandulosus m., ist auf dem hinterleibsrücken mit reihenweise stehenden, am ende knopfför-mig verdickten drüsenhaaren versehen.

Von der gattung aphis finden sich im bernstein viele Vertreter, deren zahl jedoch mitder der lebenden aus leicht ersichtlichen gründen, da fast jede art auf einer besondern pflanzelebt, nicht verglichen werden kann. Ich besitze 13 ungeflügelte und 14 geflügelte exemplare,von welchen letztem 13 zu der von Germar beschriebenen art a. transparens zu gehörenscheinen (in dem eben erscheinenden und von mir vor dem drucke eingesehenen 2. bandeder org. Überreste im bernstein. tab. II. fig. 1). Die zweite geflügelte art a. longicornis m.ist durch feine borstenförmige fühler, die doppelt so lang sind als der leib, ausgezeichnet.Unter den ungeflügelten sind sonderbare formen; bei einer art a. liirsuta Germ. (tab. I. fig.7.) ist der hinterleibsrücken mit 6 reihen rückwärts gebogener borsten besetzt; die borstengehen auf dem köpfe in stacheln über, die Germar nicht bemerkt hat. Eine andere art a.largiflua m. hat zwei lange und dicke saftröhren auf dem hinterleibe, an deren enden nochkleine braune tröpfchen hängen. Bei einer dritten art a. retrolactens m. sind die beiden saft-röhren unter einem spitzen winkel nach vorne gerichtet.

3. Farn. Cicadina. Zirpen. 55 st.

Es sind davon 32 ausgebildete thiere und 23 larven vorhanden, die zu den gattungenjassus, tettigonia, und apliropliora gehören.

4. Farn. Fulgorina. Leuchtzirpen. 26 st.

Sie gehören den gattungen cixius und pseudophana an, zu letzterer jedoch nur 6 larven.

Ueber die lebensweise beider familien läszt sich aus dem bernstein nur wenig ersehen.Einige thiere haben die füsze unter dem leibe wie zum Sprunge zusammengelegt, andere wienach dem Sprunge ausgestreckt, wobei die larven oft den hinterleib, wahrscheinlich um zuathmen, aufwärts gekrümmt haben. Die Hügel liegen entweder in ihrer gewöhnlichen rulielagedachförmig dem leibe an, oder sind beiderseits oder auch nur einseitig wie zum fluge ausge-spannt. Larven kommen in allen zuständen vor, zum Zeichen, dasz die entwickelung der thiere< damals wie jetzt vor sich gegangen ist. Dabei ist bemerkenswerth, dasz unter 6 larven von

pseudophana, der Säugrüssel der jüngsten larve doppelt so lang ist als der leib, bei zweilarven wahrscheinlich nach der ersten' häutung wenig länger als der leib und bei drei mehrentwickelten larven nur noch bis zum anfange des hinterleibes reicht. Die sonstige Überein-stimmung im bau des körpers dieser eigenthümlich gezeichneten gattung läszt es kaum be-zweiflen, dasz alle zu einer art, der ps. reticulata Germ. (1. c. tab. II. fig. 11.) gehören.Aehnliches wurde schon bei lachnus dryoides erwähnt.

5. Farn. Riparii. Uferläufer. 5 st.

Nur eine art von salda in zwei exempl. und zwei larven. Eine abgestreifte haut mitspitzen flügelscheiden scheint jedoch einer andern art angehört zu haben.

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