Vorwort zur dritten Auflage.
Das „Handbuch der französischen Litteratur“, das von meinem ver-storbenen Vater herausgegeben und seither in höheren Lehranstalten be-nützt wurde, erscheint hier in der dritten Auflage. Wenn ich für nöthiggefunden habe, das Buch nunmehr bedeutend umzugestalten, so ist dererste Grund der, dass dasselbe für Schulen zu theuer war, also die Massedes Stoffes bedeutend vermindert werden musste. Dadurch durfte aberdas Werk seinen Charakter eines „Handbuchs der älteren und neuerenfranzösischen Litteratur“ nicht verlieren. Es wurde desshaib zunächst das,was weniger als anderes auf Mustergiltigkeit Anspruch machen konnte,entfernt, namentlich das einen ungebührlich grossen Raum einnehmendeLustspiel von Scribe, 1 Bei einem mustergiltigen Schriftsteller wurde derzu lange Abschnitt abgekürzt, oder durch einen andern mindestens ebensocharakteristischen ersetzt. Dagegen habe ich von Pascal,-Bossuet, Boileau,Labruyere und Madame de Sevigne, welche zu allen Zeiten von den Fran-zosen als klassisch angesehen wurden, kurze Proben hinzugefügt, so wievon Andre Chenier, der den Romantikern unseres Jahrhunderts in derfreieren Behandlung des Verses voranging. Dass ich aus Möllere ein an-deres Stück als den „Medecin malgre lui“ gewählt habe, wird man sehrnatürlich finden. Einige kleinere Abkürzungen wurden gemacht, bei denen
1 Dieses konnte um so eher geschehen, als in dem Falle, dass ein Lehrerdieses Stück mit seinen Schülern lesen will, dasselbe in der Sammlung von Schützum 9 Kreuzer zu haben ist.