II. Der Gewaltsame ^Angriff.
Nähert sich der Feind allmählig der Festung hinter künstlichenErddeckungen und sichert jeden Schritt vorwärts durch den voran-gegangenen bis zu dem Punkte hin, von welchem aus er vermag,die Haupt-Umfassung des Platzes durch Geschützfeuer oder durchMinen in Bresche zu legen, und hierdurch für seine Sturm-Co-lonnen einen Weg in die Festung zu bahnen, so wird diese me-thodische Art des Angriffes der »Förmliche - Angriff» oder»die Belagerung« genannt.
Der Förmliche-Angriff bezweckt somit Eroberung der Festungauf Kosten von Zeit und Material bei möglichster Schonung vonMenschenleben.
Der Zweck jeder Festung geht aber dahin, den Feind zu die-ser Angriffs - Art zu zwingen ; da Zeit gewinnen das Hauptzieljeder Festung»-Vertheidigung verbleibt.
Selbst Verschanzte-Läger, welche von tüchtigen Truppen ver-theidigt wurden, haben schon die Ehre des förmlichen Angriffserrungen. So unter andern die preußischen 16 Bataillone und20 Schwadronen unter dem Herzog Eugen von Würtemberg(vom 25. August bis 14. November) 1761 im verschanzten La-ger bei Colberg, und 1794 die Polen unter Kosciusko im ver-schanzten Lager bei Warschau.
Wenn man die ungeheuren Mittel an Geschütz, Munition undMaterial aller Art, wenn man den Aufwand an Zeit und anTruppen erwägt, welchen die »Belagerung« einer wohl ver-theidigten Festung erfordern: so wird es einleuchtend, daß derFeind alle Versuche macht, um mit geringerem Aufwande von Zeitund Material seinen Zweck zu erreichen.
Er setzt deshalb die Triebfedern des Schreckens, der Überra-schung des gewaltsamen Angriffs in Bewegung.
Die Drohungen.
Der Feind knüpft Verständnisse mit den Einwohnern in derFestung an, was der politische Schwindel der Neuzeit begünstigt;er droht, er bombardirt, um Verluste für die Einwohner herbei-zuführen, Gährungen und Aufstände hervorzurufen; Mißtrauen