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Geschütze, von denen das eine den Pallisaden-Tambour, dasandere die Contre-Escarpe der Enveloppe in der Richtung desTaschen-Bastions flankirten, nach einander ab. Als die schlafendenKanoniere hierauf nicht aus der Casematte herauskamen, lief ichdahin, um sie zu wecken und hervorzuholen, worauf ich dann ausbeiden Kanonen fortwährend mit Kartätschen feuerte.
Um den mittlerweile bis an den Grabcnrand vorgedrungenenFeind noch beschießen zu können, mußte ich meine Geschütze sotief richten, daß die Kartätschen den vorderen Rand der Brustwehrfortrissen. Der Feind war meinem Posten so nahe gekommen,daß ich die deutschen Commando's seiner Führer deutlich hörenund bei dem Schein des feindlichen Feuers genau wahrnehmenkonnte, daß er in dichten Massen mir gegenüberstand.
Aus dem Pallisaden-Tambour, welchen der Feind namentlichsehr lebhaft beschoß, erfolgte kein Feuer; die Besatzung desselbenhatte sich, wie ich dies am Morgen erfuhr, nach der Brücke desHauptgrabens zurückgezogen.
Durch mein fortgesetztes Feuer, so wie durch das unausgesetzteSchießen des Feindes allarmirt, wurde nunmehr auch von demTaschen- und Bernhardiner-Bastion lebhaft gefeuert, und hier-durch der anstürmende Feind zum Zurückweichen genöthigt.
AIs sich das Schießen des Feindes mehr von den Werkenentfernte, bestrick) ich, namentlich mit dem links stehenden 12Pfünder, die Borstadtstraße, welche bis zum Kloster der barm-herzigen Brüder in gerader Linie fortläuft.
Hier soll, wie ich nach der Übergabe von Breslau durch dieBewohner der Ohlauer Vorstadt erfuhr, eine feindliche BatterieFeld-Artillerie gestanden und der Feind namhaften Verlust erlittenhaben; auch soll er, wie mir dies dieselben Insassen versicherten,viele Verwundete und selbst die Todten, welche durch das Kar-tätschfeuer vor dem Graben gefallen waren, mit zurückgebracht haben.
Das Feuer meines 12-Pfünders, welcher den Pallisaden-Tambour flankirtc, hatte auch das Unternehmen gegen das Bern-hardiner-Bastion in Rücken und Flanke genommen und dasselbehierdurch vereitelt, (v. Schöning III. xag. 81.)