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Endlich müssen (nach Carnot, übersetzt durch R. v. L.
283) die Zugänge zur Festung während der Nacht unverzüglicherhellt werden können; da einem unternehmenden Feinde sonstleicht ein Überfall gelingen kann, was natürlich alle übrigen An-ordnungen zu Schanden macht, wenn sie auch mit der größtenVorsicht getroffen wären.
>1. Über die Stärke der tvachen und Posten, so wie über die Funktionenderselben mögen nachstehende Angaben als Anhalt dienen.
Die Wachen des Hauptwalles.
Um die Haupt-Umfassung des Platzes vollständig zu bewachen,wird eine Kette von Schildwachen erforderlich.
Die Entfernung der einzelnen Schildwachen von einander darfnicht größer als 80 Schritte sein, damit selbst bei stürmischemWetter jeder Posten den Zuruf des nebenstehenden, so wie Alleshören kann, was des Nachts (am Tage bei Nebel rc.) zwischenihnen vorgeht. — Um einen Beweis für die Wachsamkeit jederSchildwache zu haben, muß mit jeder Viertelstunde der Anruf»Werda« die ganze Postenkette durchlaufen und der Wacht-Com-mandant die Zabl der Anrufe sorgsam nachzählen. Fehlt ihm ein An-ruf, so sendn er sofort eine Patrouille zu dem betreffenden Posten.
Bei Tage dagegen, wenn Nebel, Schneegestöber oder Regendie freie Umsicht nicht behindern, können die Schildwachen soweit aus einander gestellt werden, als es die Magistrale derFestungswerke mit ihren vor -und zurückspringenden Linien gestat-tet, ohne daß einzelne Punkte dem Auge der Schildwachcn ent-zogen werden dürfen.
Man wird daher bei Tage und gutem Wetter wohl nur etwa^ Schildwachen weniger ausstellen müssen, als während der Nacht.
Es folgt hieraus, daß die Wachen auf den Werken so stark ge-gemacht werden müssen, daß sie die Tagesposten geben können, wäh-rend die Piquets derselben den Mehrbedarf für die Nacht w. liefern.
Für die Schildwachen selbst gilt es als Regel, daß sie ihrenPosten auf der Krone der Brustwehr erhalten, um am Tage diefreie Sicht auf das Vorterrain, vorzugsweise aber, um die Contre-Escarpe und den größten Theil des Grabens genau beobachtenzu können.