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am 13. September die preußische sehr weitläufige Einschließungs-liuie um Warschau bei Kamm» au der-Weichsel durchbrochen,um die in Großpolen entstandene Jnsurrection zu unterstützen.Sie waren über Kolo und Kanin bis Gnesen vorgedrungen, hat-ten Posen allarmirt und wandten sich nun in der Richtung nachBromberg. Der preußische commandirende General-Lieutenantv. Schwerin schickte ihnen mehrere Abtheilungen nach, worunterauch die des Obersten von Szekely, welcher mit 1 Füsilier-Bataillon sHinrichs), 1 Depot-Bataillon und 3 Schwadronenbei Wraclawek an der Weichsel stand. — Szekely marschirtenach Jnovraclaw und detachirte am 25. September den Lieutenantv. Beyer mit 40 Füsilieren und 10 Husaren nach dem 3 Meilendavon entfernten Orte Labiczyn am linken Ufer der Netze undauf der wahrscheinlichen Marschlinie der Polen auf Bromberg.Der Lieutenant v. Bey er sollte von Labiczyn aus den Feindbeobachten und von dessen Bewegungen Nachricht geben. Er wähltedie Nacht zum 26. zum Einmarsch in diesen Ort. Um die Schwächeseines Commandos möglichst zu verbergen, ließ er die Füsilieremit großen Distanzen marschiren und die Husaren vorn Thor ausden nämlichen Weg durch die Straßen mehrere Male zurücklegen.
Nach vorhergegangener Necognoscirung wurde das Commandoin das diesseits der Stadt, also am rechten Ufer der Netze, be-findliche Kloster eingelegt, oder eigentlicher verborgen. Da dieGeistlichkeit des Klosters dem Feinde von der Lage und Schwächedes Commandos Nachricht zukommen lasten konnte, so erhielt siedie gemessene Weisung, sich nicht aus dem Kloster zu entfernen.
Den 26. früh, nachdem die erforderlichen Sicherheitspostenausgesetzt und Patrouillen ausgeschickt worden waren, begab sichder Lieutenant v. Beyer zu einem der Prediger des Orts, vondem er erfahren hatte, daß er gut preußisch gesinnt sei.
Mit Hülfe dieses Mannes und des ebenfalls gut gesinntenBürgermeisters gelang es nun, zwei wackere deutsche Bürger aus-zumitteln, welche, da sie vermögend waren, aus reiner Anhäng-lichkeit an die Regierung sich entschlossen, auf Kundschaft auszu-gehen, um sichere Nachrichten vom Feinde einzuziehen.
Schon am folgenden Tage, den 27. September, brachte einervon ihnen die sichere Kunde, daß der Feind, obwohl noch 8 Mei-