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Praktische Grundsätze zur höheren taktischen Führung der Reiterei nebst geschichtlichen Angaben / von Franz Strenner
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an der Spitze einer Reiterei, bei was immer für einer Armee, dießwieder ausgezeichnet der Fall sein würde.

Man suche also in neuerer Zeit mit den neuen Gefechts- undManöversystemen das Wahre zum Siege zu treffen, wie es Seyd-litz und selbst der alte ungelehrte Ziethen verstand; gebe aber dieFührung der Reiterei nicht in Hände solcher, welche weder dieFähigkeiten noch den hohen Sinn für eine so ausgezeichnete Stellein der Armee haben.

Weil es immer Hauptsache bleibt, daß die Reiterei so schnellals möglich zum Angriffe vorbreche, um günstige Momente nicht zuversäumen, so müssen alle ihre Bewegungen diesem Zweck entsprechenkönnen. Die möglichste Einfachheit muß hierzu schon bei der Elemen-tartaktik die Grundlage bilden, und alle complicirten Formirungen,die nichts taugen (wie wir schon Eingangs erwähnen), verbanntbleiben.

Diel Bewegungen der Reiterei würden sich demnach auf fol-gende Hauptregeln basiren:

1. Alle Aufmärsche, Abmärsche, Deploirungen müssen so vielals thunlich außer dem Bereiche des feindlichen Infanterie- undGeschützfeuers geschehen, und sind unserer Ansicht nach, immer zweck-mäßiger im Trab, als im Galopp zu vollführen, weil z. B. bei einemAufmarsch aus der Colonne die deploirenden Flügel meistens mitathemlosen Pferden in das Alignement rücken, daher nicht so ge-fechttüchtig sein dürften, als es erwünscht ist, wenn in diesem Augen-blicke derart aufmarschirende Abtheilungen von einem feindlichenReitercorps angegriffen würden. *) Ueberhaupt aber ist ein Aufmarschdurch Deploirung, ausgenommen kleiner Abtheilungen, in der Nähedes Feindes immer gefährlich.

Wichtig sind bei der Reiterei die Frontveränderungen nach rück-wärts, weil sie beinahe das einzige Mittel sind, sich gegen Ueber-flügelung des Gegners zu sichern, da die Flanken einer Reiterlinieimmer am schwächsten sind.

2. Die Bewegungen in der Linie haben den Nachtheil, daß sieder feindlichen Artillerie eine ausgedehnte Zielscheibe bieten, und man

4 ) Die französischen Kürassiere führten ihre Bewegungen meisten« im Trab au«und chokirten auch immer in dieser Gangart. Ihr Ruhm war bei den andernTruppen sehr hoch gestiegen.

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