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Praktische Grundsätze zur höheren taktischen Führung der Reiterei nebst geschichtlichen Angaben / von Franz Strenner
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höchst wahrscheinlich der dritten angreifenden Schwadron gelingen,einzudringen, da durch so schnell aufeinander folgende Chocs demfeindlichen Fußvolk doch die nöthige Zeit zum Laden oder Wechselnder Gewehre benommen werden dürfte; und abgerechnet den mora-lischen Eindruck auf den Gegner, so bleibt dieß einer der zu benützen-den Momente für die angreifende Reiterei, eine Masse oder Quarrömit dieser wiederholten Stoßkraft zu sprengen. Es versteht sich,daß nach dem, vorn feindlichen Fußvolk abgeschlagenen Angriffedie vordern Schwadronen sogleich rechts und links wegsprengen,sich schnell rückwärts wieder als Reserve sammeln, und der nach-folgenden Schwadron die Front zum neuen Angriff frei zu machenhätten. 1S )

Erscheint es auch wesentlich, daß man beim Colonnenangriffimmer nur die Frontlänge der chokirenden Schwadron der Dechargedes feindlichen Fußvolkes aussetzt, indeß beim Linien- und Staf-felangriff eine bei weitem größere Anzahl feindlicher Kugeln ihrZiel findet.

Die Colonne bietet übrigens auch das vortreffliche Mittel beimAngriff dar, die vordern Glieder vor dem Umdrehen zu hindern;deßhalb (meint man) passe sie auch für nicht besonders entschlosseneReiterei. '°)

Die Colonnenattaken, Reiterei auf Reiterei, üben bei ihrem Zu-sammentreffen natürlich einen zerstörenden Stoß aus, und die kräf-tigeren Pferde und Reiter, die größere Tapferkeit und Gewandtheitim Reiten, und der Gebrauch der Waffen im Melöe tragen danngewiß den Sieg davon. Siehe das große Reitergefecht im Jahre 1809bei Regensburg.

15 ) Die Einübung dieser einfachen Bewegung zum Angriff müßte bei den Regi-mentern in den Erercirreglements für Reiterei den gehörigen Platz finden, unddafür lieber Unnützes weggelassen werden.l ") Nicht besondere Franzosenfreunde behaupten, Napoleon habe diese Art ausdiesem Grunde meistens angewandt. (???)

Wir können diese Anfechtung auf die Tapferkeit der franzöfischen Reitereinicht gelten lassen, da wir selbst in Feldzügen Augenzeuge von ihrer Bravourwaren, die ebenfalls von der Tapferkeit ihrer Gegner besiegt werden mußte;wir glauben daher, daß Napoleon seine Siege dadurch erfocht, daß er großeMassen Reiterei zur rechten Zeit am rechten Orte auftreten ließ.