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Gegners rechten zu verstärken, ward ein Theil der Reiterei despreußischen rechten Flügels dahin gezogen, so daß 85 Schwa-dronen auf dem Punkte der Entscheidung auftreten sollten. Alsder allgemeine Angriff durch die Infanterie begann, passirten20 Kürassier-Schwadronen die Dämme bei Sterbeholy; dieübrige Reiterei, 20 Schwadronen Dragoner und 45 Schwa-dronen Husaren, folgten indessen bald, und wurden successiveengagirt. Der Prinz von Schönaich griff die feindliche Reiterei,die sich indessen — gegen 90 Schwadronen — in drei Treffenformirt hatte, an; die Oesterreicher feuerten ihm entgegen undihr erstes Treffen wurde geworfen. Doch von der Uebermachtumwickelt, mußten die preußischen Kürassiere weichen. DerPrinz Würtemberg chokirt aber nun mit 20 SchwadronenDragoner in diese Masse, und die zuletzt anrückenden preußi-schen Husaren — nachdem sie um den Micholuper Teich her-umgegangen waren — hieben in die Flanke der in Unordnunggerathenen Oesterreicher und entschieden dieses große Reiter-gefecht. Die österreichische Reiterei ward fast ganz über denSabielitzer Bach gejagt, nur 20 Schwadronen, unter GeneralO'Donell, hatten ungefähr 1500 Pferde aus den geschlagenenRegimentern gesammelt, blieben auf dem Schlachtfelde, unddeckten einigermaßen den Rückzug der österreichischen Armee,welche sich nach Prag rettete.
1757 (18. Juni) In der Schlacht bei Planian ist der LieutenantFranquet von Savoyen-Dragoner, nachdem alle übrigenOfficiere theils todt, theils schwer verwundet waren, und erGefahr lief, abgeschnitten zu werden, mitten durch das feind-liche Kanonen- und Kleingewehrfeuer gedrungen, hat einenRavin überstiegen, die darauf gepflanzte feindliche Fahneerobert und sich einer Batterie von 2 Kanonen bemeistert. Ererhielt dafür den Maria Theresien-Orden, wurde Capitän undavancirte bald zum Major und Flügeladjutanten.
1757 (18. Juni) Friedrich der Große hatte bei Collin nur 18,000Mann Fußvolk, aber 16,000 M. Reiterei, davon waren 35Schwadronen den beiden Infanterie-Treffen zugetheilt, und81 Schwadronen, unter Ziethen's Befehlen, vereinigt. Den Siegin dieser Schlacht verdankt man der österreichischen und säch-sischen Reiterei. Es erlagen ihren wiederholten tapfern Angriff