101
Er wirst mit seinen Husaren die auf der Straße aufgestelltenfeindlichen Posten, dringt in diese Stadt, nimmt den Com-mandanten mit seinen Grenadieren gefangen und jagt denRest bis an die Magera.
1799 (12. September) Erzherzog Carl eilt in Tag- und Nachtmär-schen dem Rheine zu, und das Schwarzenberg'sche Uhlanen-Regiment entsetzt das in Schutthaufen verwandelte Philipps-bürg.
1799 (29. Sept.) Ein Mann des Regiments Kronprinz Ferdinand-Dragoner schwimmt durch den Rhein, nimmt 15 Fahrzeugeweg, welche am linken Ufer befestigt waren und bringt sie aufdas rechte Ufer. Auf diesen Fahrzeugen schifft sich die Mann-schaft ein, fährt nach Constanz und macht dort mehrere Ge-fangene und gute Beute.
1800 (14. Juni) In der Schlacht von Marengo war die österreichi-sche Reiterei bei 8000, und die französische nur 7900 M. stark.Die Franzosen wichen um Mittag gegen S. Giuliano, dieSchlacht schien für die Oesterreicher gewonnen, wenn ihrestärkere, gesammte Reiterei gleich den Sieg verfolgt hätte, *)allein sie war fast ganz auf dem linken Flügel von einer feind-lichen Abtheilung beschäftigt. Die französische Reiterei war beiden Infanterie-Divisionen vertheilt, aber Abends, unter Mu-rat's Commando, hinter der Infanterie vereinigt. Sechs öster-reichische Grenadier-Bataillone, die nicht viel über 2000 M.zählten, folgten den fliehenden Franzosen gegen S. Giuliano.Mit einem plötzlichen Angriff bricht Kellermann mit seinerReiter-Brigade, von ungefähr 700 Pferden, in die Flanken derGrenadier-Colonnen ein, die von allen Seiten angegriffen, invöllige Verwirrung geriethen und gefangen wurden. **) DasCorps des Generals Desaix (10,000 M.) erscheint nun auch,und die Schlacht will sich erneuern, doch hatten die Oester-reicher in einer Stunde alles verloren, was sie mit so vielerMühe und Anstrengung erkämpft hatten. Hätte die Reiterei
*) Der Mangel eines Generals der Reiterei, welcher diese Waffe zu benutzen ver-stand , offenbarte sich bei den Oesterreichern.
**) Wie ausgezeichnet benutzten hingegen die Franzosen ihre viel schlechter berit-tene Reiterei.