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Praktische Grundsätze zur höheren taktischen Führung der Reiterei nebst geschichtlichen Angaben / von Franz Strenner
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schaart die Flucht ergriffen. Cuesta versuchte die Fliehendenzum Stehen zu bringen; er wurde selbst vom Pferde geriffenund entging mit genauer Noth der Gefangenschaft. Die Kran-zosen, durch ihre anfängliche Niederlage in Wuth gesetzt, rich-teten ein fürchterliches Blutbad an; 6000 Spanier bliebenauf dem Platze, 3000 Gefangene, worunter der Herzog Friaswar; 30 Kanonen und 12 Fahnen wurden erobert.

1809 (15. April) Die österreichische Reiterei, unter dem ErzherzogJohann, liefert beim Uebergang über den Tagliamento inItalien ein schönes Gefecht gegen die ftanzösische Nachhut.Die Ueberlegenheit der französischen Reiterei ward sehr ^gutbenutzt, dem Feinde den Rückzug abzuschneiden und ihn widerseinen Willen ins Gefecht zu verwickeln. Eine Husaren-Schwa>dron griff das Dorf Rorai grande an, während RittmeisterMartyn, mit einer Schwadron Hohenzollern-Chevauxlegers,sich auf eine feindliche Umgehungscolonne stürzte, sie in dieFlucht schlug und 300 Gefangene machte.

1809 (19. April) In dem Gefechte von Dinzlingen greift das-Husa-ren-Regiment Stipsitz die Brigade Pagot an und wirft sie mitVerlust. Bei Arnhofen focht das Dragoner-Regiment Levenehrsehr rühmlich gegen die bairische Reiterei. Dem schwachen De-tachement des Generals Thieri bei Offenstädten blieb nichtsübrig, als sich vor der Uebermacht des Gegners zurückzuzie-hen. Bis Rohr geschah dieser Rückzug ohne bedeutenden Ver-lust. Da aber traf schon die Vorhut des Marschall Lannes mit3Reiter-Regimentern, unterstützt von einigen Bataillonen Vol-tigeurs, ein. 4 Schwadronen Levenehr-Dragoner und 4 Schwa-dronen Kienmayer-Husaren gingen den Franzosen entgegen,attakirten sie und drängten sie zurück; ihre muthigen Angriffewürden das Detachement gerettet haben, wenn der Geg-ner ein schwaches Häufchen Reiterei an die Spitze geschickthätte; so aber fiel ein frisches Regiment den Oesterreichern indie Flanke; die geworfenen französischen Schwadronen for-mirten sich wieder; ein allgemeiner Angriff warf nun die öster-reichische Reiterei über den Haufen. Die französischen Küras-siere brachen mit ihr im Handgemenge durch die Infanterieund verfolgten sie bis Rothenburg an der Laber. Die Fran-zosen machten 4000 Gefangene und nahmen 4 Geschütze. Die-