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Praktische Grundsätze zur höheren taktischen Führung der Reiterei nebst geschichtlichen Angaben / von Franz Strenner
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Der tapfere Prinz Gustav von Mecklenburg setzte sich andie Spitze einer Schwadron, ging über die Eider und drangmit unbeschreiblichem Feuer gegen Sehftädt vor. Doch dasdänische Fußvolk, welches den Weg von Sehftädt nach Ostendebesetzt hielt, eröffnete ein so furchtbares Feuer, daß 80 Manndieser Schwadron zu Boden sanken; auch die zweite Schwa-dron war beinahe vernichtet. Der Prinz Gustav von Mecklen-burg stürzte mit seinem verwundeten Pferd zusammen, verlorzwei Finger und gerietst in dänische Gefangenschaft. *)

1814 (8. Febr.) In der Schlacht am Mincio war die Reiterbrigadcdes Generals Wrede hinter dem Erdrande, der sich nach Poz-zolo hindehnt, versteckt gestanden. Als aber die feindliche Divi-sion Marcognet auf Roverbello vorrückte, brachen 4 Schwa-dronen Erzherzog Carl-Uhlanen, unter Anführung des Oberst-lieutenant Mengen, mit solchem Ungestüm auf die Reiterbri-gade Perreymond vor, daß daö in erster Linie stehende Husa-ren-Regiment geworfen wurde, und das Regiment Königin-Dragoner, welches in zweiter Linie stand, dasselbe Schicksalerfuhr. Diese beiden Regimenter wurden auf ihre sechs leichtenGeschütze gejagt und diese selbst erobert.

1814 (10. Febr.) Marmont greift mit seiner Reiterei, bei Champ-Aubert, die russische Division Otzufieff mit Uebermacht an,sprengt sie und nimmt sie größtentheils gefangen. Hierauf eilendie französische Garde- und andere Reiterei-Abtheilungen nachMontmirail und nehmen den Ort mit 100 Kosaken.

1814 (11. Febr.) Napoleon verordnet bei der Schlacht von Mont-mirail einen neuen Angriff gegen Epin - aux - Bois. welchernoch in der Dunkelheit unentschieden sortwüthet, bis die fran-zösische Garde-Reiterei im Rücken des französischen Fußvolkeserscheint, woraus stch die Schlacht für Napoleon entscheidet,und die Russen stch mit einem Verlust von 5000 Todten undVerwundeten, vielem Gepäck und Geschütz, in Verwirrungnach Chateau-Thierry werfen, wo sie von Uork's Corps auf-genommen werden.

*) Ein tapferer, aber unüberlegter Angriff gegen gefaßtes Fußvolk, im durchschnit-tenen Gelände.