Buch 
Praktische Grundsätze zur höheren taktischen Führung der Reiterei nebst geschichtlichen Angaben / von Franz Strenner
Entstehung
Seite
150
JPEG-Download
 

150

heftiges Kartatschenfeuer geriethen, und sammt den Husarenund den würtembergischen Jägern, von dem so glänzend be-gonnenen Angriffe, ablassen mußten.

Der Kronprinz erhielt die Meldung, daß die gesummterussische Garde-Reiterei über Poivre vorrücke, und GeneralOsaroffsky bei Vaurefroy angelangt wäre und seinen Angriffwiederholen wolle, allein die feindliche Reiterei wartete diesenAngriff nicht ab, und zog sich schachbretförmig hinter ihr Fußvolk zurück. Eben so ging auch der französische linke Flügelzurück. Zlvei Angriffe des Grafen Pahlen auf dessen Reitereiwurden zurückgeschlagen; von desto größerem Erfolge warder Dritte. Pahlen durchbrach die Mitte der französischen Rei-terlinie (Bourdesoulle-Kürassierel und warf sie auf ihr Fußvolkzurück. Umsonst eilte General Belliard vom linken Flügel mitRoussels-Dragoner herbei, den Angriff Pahlens in die Flankezu nehmen; denn als die Dragoner die zweite Linie russischerReiterei erblickten, welche ihren linken Flügel überragte undanzugreifen drohte, wendeten sie sich, ohne das Commandoabzuwarten, und sammelten sich erst hinter der leichten Rei-ter - Division des Generals Merlin wieder. Dieser ließ durchden General Latour-Foissac, an der Spitze des achten Chas-seur-Regiments, einen Angriff in Schwadrons-Colonnen aus-führen, »velcher für einige Allgenblicke den Ungestüm der rus-sischen Reiterei brach. Graf Pahlen hatte bei diesem glänzen-den Reiterangriff 5 Kanonen erobert.

Der Großfürst Constantin traf nun mit der Garde-Rei-terei ein, und ließ sogleich die kalun geordneten Kürassiere an-greifen, welche, abermals auf das Fußvolk geworfen, meh-rere Kanonen verloren. Die junge Garde bildete nun eiligVierecke. Das würtembergische vierte Jäger-Regiment zu Pferdgriff ein solches, das aus l000 Mann bestand, dreimal an,und nahm demselben zwei Kanonen. Auf den vierten Angriff,den der General Jott mit jenem Jäger -Regimente und mitErzl-erzog Ferdinand-Hlisaren ausführte, wlirde es gesprengtund größtenthcils zusammengehauen. Die Franzosen trachte-ten nun über den tief eingeschnittenen Bach bei Connantrapzu gelangen, und nur eine Jnfanteriemasse von vier Regimen-tern junger Garde, mit schweren» Geschütze, deckte auch auf