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Praktische Grundsätze zur höheren taktischen Führung der Reiterei nebst geschichtlichen Angaben / von Franz Strenner
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157
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Der Abend war angebrochen und die französische Reitereides Generals Lefebvre-DeSnouetteS, 1500 M. stark, von Pa-ris in Ancio eingetroffen. General Sebastiani benutzte dieseVerstärkung zu einem Angriffe auf die verbündete Reiterei,als es schon 9 Uhr Abends war. Kaisaroff'ö Kosaken wurdenim Augenblicke zersprengt, und die französische Reiterei wen-dete sich nun gegen die russische Batterie aus dem linken Flü-gel, und griff sowohl sie, als die, links von ihr zur Bedeckungaufgestellte russische Grenadier-Brigade Sulina an. Der Kom-mandant derselben, Oberst Timrodt, liest mit schneller Gut-lchlossenheit Vierecke bilden, und wies den ersten Angriff zu-rück. Die feindliche Reiterei mehrte sich aber fortwährend unddie Gefahr ging erst vorüber, als die dritte russische Kürassier-Division, unter Anführung des Fürsten Gallizin, und eineSchwadron preußischer Garde-Reiterei, unter dem RittmeisterBarnen, herbeieilten, und die feindliche Reiterei zurückschlugen.

In der Schlacht von Paris war sämmtliche Reserve-Artil-lerie der Rationalgarde, 28Kanonen, an derBarrivre-du-Tronein der Absicht aufgestellt, durch ihr Feuer die anrückende Reitereider Verbündeten aufzuhalten. Eine russische reitende Batterieantwortete mit Erfolg. Run machten die russischen Uhlanen,unter Major Jsiumoff, einen glänzenden Angriff, in Folgedessen die wenigen Genöd'armes, welche die Reserve-Artillerieder Rationalgarde bedeckten, die Flucht ergriffen; auch diepolytechnischen Zöglinge, welche iricht mehr Zeit behielten, dieGeschütze gegen die Uhlanen zu richten, wurden grösttentheilsgefangen. Die Verwirrung war so groß, daß fast die sämmt-liche Artillerie - Reserve der Pariser Rationalgarde von denrussischen Uhlanen erobert wurde.

1814 (8. April) Vor der Schlacht von Toulouse, welche am >0. Aprilstatt fand, gingen die Engländer über die Garonne, um derStadt Toulouse näher zu kommen. Die französische Reitereizog sich an der Erö zurück, wurde aber von dem achtzehntenenglischen Husaren-Regimente, des Obersten Vivian, in Ver-bindung mit einer Schwadron des ersten deutschen Husaren-Regiments, so ungestüm und mit solchem Erfolge angegriffen,daß sie über die Eisbrücke von Eroiz-Dourade geworfen wurde,obne Zeit zu haben, dieselbe in die 8ust zu sprengen.