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Praktische Grundsätze zur höheren taktischen Führung der Reiterei nebst geschichtlichen Angaben / von Franz Strenner
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seine Gefangenen in Sicherheit. Kaum aber hatte er mit ihnenPoggio a Eajano erreicht, als eine starke feindliche Uhlanen-abtheilung im vollen Jagen dahersprengte; dieselbe wurdeaber durch das wirksame Feuer der österreichischen Jäger wie-der zurückgeworfen. Durch die entschlossene Tapferkeit desHauptmanns Radiffich blieb den Neapolitanern nicht nur derWeg nach Pistoja gesperrt, sondern es wurde auch Zeit ge-wonnen; denn als am Abend die Neapolitaner abermals vorPoggio erschienen, aber den Posten schon von den Oesterrei-chern stärker besetzt fanden, unterließen sie den Angriff undzogen ab.

1815 (14. April) Feldmarschalllieutenant Bianchi unternahm denUebergang über den Panaro, ließ die Husaren des Oberst Ga-venda durch den Fluß gehen, um die bei Spilimberto gela-gerte feindliche Nachhut anzugreifen, während General Se-nitzer mit zwei Bataillonen und einer Schwadron bei Bignolaübersetzen, und in die linke Flanke der Neapolitaner marschirenmußte. Der Erfolg war vollständig, das feindliche Lager wurdezerstreut, das Gepäcke erobert.

1815 (21. April) Bei dem Gefechte am Ronco, unternimmt KönigMurat, mit zwei Uhlanen-Regimentern, einen Angriff gegen dieauf den Flügeln des österreichischen Fußvolkes aufgestellte Rei-terei, um diese zuerst zu zerstreuen, und dann jenes anzugrei-fen. Kaum gewahren aber die Rittmeister Graf Hartig, vonPrinz Regent-Husaren, und Gömörh, von Liechtenstein-Husa-ren, die Bewegung und Absicht der feindlichen Reitercolonne,als sie sich auf dieselbe stürzten, und sie augenblicklich zerstreu-ten. Sogleich trat auch das feindliche Fußvolk den Rückzug an.

1815 (28. April) Bei dem Ueberfall von Pesaro stößt der Haupt-mann Graf Thurn, vom Generalstabe, mit den Husaren desRittmeisters Monbach auf die Neapolitaner, stäubt mit beson-derer Tapferkeit die feindlichen Bataillone aus einander, undmacht so den Weg nach Pesaro frei. Ohne Zögern eilt GrafThurn nun mit zwei Zügen Husaren vor, trifft die Thoreoffen, die Wachen achtlos, sprengt mit einem Zuge in dieStadt, wirft Alles vor sich nieder, und verbreitet eine solcheVerwirrung, daß die Generäle Caraöcosa und Pepe, die ebenbeiin Abendessen sitzen, auf ihre Rettung bedackt sein müssen.