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immer wieder neu gesammelter Infanterie, hielten noch dieSchlacht. General Alten war verwundet, General Sir ColinHallkett's Brigade, welche eils Angriffe auszuhalten hatte,war um zwei Drittheile geschmolzen, das 69. brittische Regi-ment zusammengehauen.
Nicht minder gefahrvoll sah es aus dem rechten englischenFlügel aus, wo die Braunschweiger sich nur mehr mit dergrößten Anstrengung gegen die Kürassiere vertheidigen konn-ten, da ste stch schon verschossen hatten.
Wären nicht zugleich auch die Kräfte der französischenReiterei erschöpft gewesen, so möchten die englischen Linienkaum noch Stand gehalten haben. Graf Valmh führte seineletzte Reserve, die zwei Carabiniers-Regimenter der DivisionRaupel, ins Feuer. Diese stürzten stch aus die Vierecke, dieaus dem Abhänge der Höhen gegen das englische Centrum zustanden, drangen aber nicht durch, sondern mußten mit Ver-lust zurück.
Schon beläuft sich die Zahl der Todten und Verwundetendes englisch combinirten Heeres an 12,000 Mann, als Mar-schall Blücher *) im entscheidenden Moment den schwankendenAlliirten zwei Brigaden und die Reserve-Reiterei, unter demPrinzen Wilhelm von Preußen, nebst mehreren Batterien ausdem Hinterhalte hervorstürzen läßt; während des Gefechteskömmt auch das Bülow'sche Corps heran und erstürmt dasDorf Planchenois, worauf Napoleon an der Spitze seiner Gar-den den letzten Angriff im Sturme gegen Mont-St.-Jean wagt,aber von 10 englischen Bataillonen, von Wellington selbst ge-führt, zum Halten gebracht wird. Hierauf ordnet Wellingtondas Vorrücken der ganzen Linie an. Die französischen Garden,
*) Blücher trug vorzüglich zum Siege bei Waterloo bei, und darum können wiruns nicht versagen, die von einem Autor gegebene Charakteristik des altenMarschaüs hier anzuführen: »Seine llnerschrockenheit in gefährlichen Lagen,seine Ausdauer im Unglück, und sein bei allen Schwierigkeiten wachsenderMuth gründeten sich auf das Bewußtsein seiner körperlichen Kraft, die er imHandgemenge oft geübt hatte. So war es bei ihm Ueberzeugung geworden,daß es keine militärische Verlegenheit gebe, aus welcher man sich nicht am Endedurch einen Kampf herausziehen könne. Von einem Officier, der nicht diese An-ficht theilte, hatte er keine große Meinung je.*