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Ungarischer Feldzug von 1848—1849.
1848 (20. Dec.) Marschall Fürst Windischgrätz und der Ban ziehenmit ihrem Hauptquartier in Raab ein und erfahren einigeStunden darnach, daß die Nachhut des Feindes sich auf derFleischhackerstraße nach Ofen zieht. General Ottinger wird mitseiner Reiter-Brigade zur Verfolgung beordert. Ungeachtetder ermüdeten Pferde erreicht er die Ungarn um fünf Uhr frühbei Babolna und greift sie ohne Zaudern an. Ein Bataillondes vormaligen 34. Infanterie-Regiments, 600 Mann, wur-de von zwei Divisionen Wallmoden - Kürassiere beinahe inStücke gehauen, 700 Gefangene gemacht, unter denen 7 Offi-eiere, und eine Fahne erobert.
1848 (30. Dec.) Der Ban verfolgte auf der Straße von Raab nachStuhlweißenburg die Ungarn. Eine Stunde von Moor triffter ihre Vorhut in einer vortheilhaften Stellung und beschränktsich auf die Defensive, um die Division Hartlieb abzuwarten,welche eine Stunde hinter ihm nachmarschirte. Jedoch gewah-rend, daß der Feind diesen Stillstand zu seinem Rückzug be-nützte, beschloß er, ihn mit seiner Reiterei anzugreifen. UnterFührung des tapfern Generals Ottinger, machten die zweiKürassier-Regimenter Wallmoden und Hardegg einen so hefti-gen Choc auf eine feindliche Husaren-Division, die ihnen auchangriffsweise entgegenkam, daß diese gänzlich überworfen, einBataillon gesprengt, und dem Feinde sechs Kanonen und bei1000 Gefangene abgenommen wurden. Vorzüglich zeichnetensich bei diesem Reiter-Angriffe der Oberstlieutenant Sternbergund Rittmeister Pimodan von Wallmoden - Kürassiere aus,welche an der Spitze der Division die ersten feindlichen Kano-nen nahmen.
1849 (22. Jänn.) Nach dem zweimal vergeblichen Angriff auf dieHöhen bei Tarczel verwendet endlich FeldmarschalllieutenantGraf Schlick nun zum dritten Mal auch eine Schwadron vonSunstenau-Kürasstere. Diese tapfern Reiter, unter der umsich-tigen Führung des Major Baron Gorizzutti, warfen sich mitUngestüm in die Flanke der Ungarn, durchbrachen zwei Infan-teriewaffen und säuberten in wenigen Minuten die ganze Höhevon ihren Vertheidigern.