Band 
[Siebenter und achter Band.]
Seite
132
JPEG-Download
 

132

Anlaß gibt, bringen auch mich in eine gewisse Verlegendem,da Jedermann weiß, daß ich einige Freundschaft für Siehabe und gern Ihre Aufführung zu entschuldigen suche, woes nur möglich ist; aber wirklich, jetzt gehen Sie zu weir.Sie rragen sogar, wie ich höre, noch immer seidne Strumpf-bänder mit französischen Versen gestickt? — Je! zu was dennsolche Strumpfbänder, Madame? An Ihrem Hochzeittagekonnte zwar dieser verborgene gelehrte Staat noch mit Ehrenans Licht kommen; denn hätte nur damals das Feuer Ihrevornehmen Gäste nicht so erschreckt, so würden sie gewiß dieartigste Ceremonie nicht vergessen haben — Ihre Strumpf-bänder wären gewiß, noch vor der völligen Uebergabe Ihrerkleinen Person an den Herrn Pastor, von einer adeligen Handabgeknüpft, und in guter Gesellschaft verlesen worden seyn,und ich weiß, der Kammerjnnker würde dabei seiner LungeEhre gemacht haben; aber zu was in der Welt kann Ihnenjetzt diese Mode nützen? Ich weiß mir keinen Umstand zudenken, wo Ihre Strumpfbänder noch jetzt der Lectüre aus-gesetzt seyn könnten, und verlören Sie Eins einmal auf demKirchwege, zu welchem Aergernisse würde dieses Gelegenheitgeben! Uebrigens will ich gern eingestehen, daß Ihre Klei-dung sehr artig und Ihr ganzer Anzug mit vielem Geschmackegewählt sey; ob ichs aber billige, ist eine andere Frage. Ja,wenn Sie noch am Hofe wären: je nun da —aber da habenSie in Ihrer Blüthe genug gefallen, und nun thäten Si.wohl, wenn Sie sich auch denen Personen zu empfehlen