Wenn es die Muse so, wie unsre Damen macht:
Die ziehn, — wer weiß es nicht? Bescheidenheit dem SchimmerDes allzufreien Putzes vor:
Doch deckt ihr schönster Theil sich immerAm liebsten mit dem dünnsten Flor.
Da, wo der dunkle Strom des MainesSich in den Hellern Rhein verliert;
Wo nebst dem Gott des deutschen WeinesDer erste Fürst des Reichs regiert:
Nicht weit von Mainz — damit es jeder wisse,
Wer sich auf Politik und FlüsseUnd gute Weine nicht versteht, —
Da lebte, kürzlich noch, dem fetten Vatcrlande,
Dem Adel und der Welt zur Schande,
Ein altes, geiziges, stiftmäßiges Ekelet:
Ich nenn es Harpagon. — In seinen jünger» JahrenKam ihm die Grille sich zu paarenAus Liebe nicht, aus Raubsucht ein. Er stahlZwo Tonnen Golds durch seine schlaue Wahl:
Denn seine Ehe war nichts weiter,
Als nur ein Einbruch ohne Leiter,
Bei dem er noch vor der GefahrGehenkt zu werden, sicher war.
Tdümmel, sämmtl. Werke. VIII. '