Horch, als schon ihre Kraft erlag,
Die Qual des Andern zu bejammern.
Es war ihr fünfter Kerkertag,
Hört Wolf, — auch sie hört Schlag auf Schlag,Dumpf über ihren Häuptern Hammern.
Eilt, eilt, ihr Rettenden — zersprengtDas Kreuzgewölbe. — Ach! vergebensIst alle Müh, die sich verlangt,
Denn nur noch an Sekunden hängtDer letzte Pulsschlag ihres Lebens.
Ein Ritz blinkt auf und wundersamDurchschlüpft ein Aephyr ihn. Sein FächelnErfrischt ihr Blut, der laute GramSchweigt — und ein Engel übernahmDer Matten Thränen wegzulächeln.
Preis Gott dem Herrn! der letzte Stein,
Der sie vergrub, ist weggehoben,
Der Korb Petrarchs drängt sich hereinMit Brod. „Trink' auch von meinem Wein,„Wenn du noch lebst," schalt es von oben.