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4 (1828) Briefe aus dem bernerischen Oberlande : ; Tagebuch einer Reise nach München ; Berg-, Land- und Seereise / Ulrich Hegner
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und Selbsttäuschung als beym Anhören der Musik.

Ich rede nicht von solchen, die mit dem Ohre desVerstandes hören, und allenthalben in jeder Ortsbe-schaffcnheit das Kunstgerechte zu würdigen und dasFalsche von dem Wahren zu unterscheiden wissen;aber ich kenne Manche, die sich und andere zu nber-reden suchen, daß sie eine empfindsame Liebe zur-Tomkunst hegen, und die doch kein Spiel von einigerDauer aushalten, sey es was es immer wolle- ohnedie Unruhe der Langenweile merklich an sich wahrneh-men zu lassen. Ja ich habe schon Oratorien beige-wohnt, deren schwere Musik von schwachen Liebhabernausgeführt, eher etwas anderm als süßem Gesängeglich, und gleichwohl sprechen fromme Bewunderergähnend ihr Entzücken aus, und wenn man einen Ta-del wagte, so priesen sie sich selig in der Einfalt ihresGeschmacks. Es giebt sogar Leute, die, weil sie ein-mal gehört, daß in dem Geläute der Glocken etwas ?ftycrliches sey, welches allerdings aus der Ferne wahr !ist/sich so nahe als möglich zu dem betäubenden >Klingklang begeben, um dieser Feycrlichkcit des Gc- 'sühls recht Ihcilhast zu werden. — Doch was stoße jich mich immer an die Zicrercy, die in der Welt ist/ '

was will ich mich über Gcfühlspralcrey aufhalten;das ist eine Krankheit, die von innen heraus durchsich selbst muß geheilt werden; Wort und Rath thunes Nicht! ^

Nachdem ich Briefe geschrieben hatte, war es