' 145
Der Liebhaber schätzt die Werke der Kunst nachseiner Einbildung, der Kenner nach ihrem innern Ge-halt, der Händler nach dem Kaufwcrthc. Ost hatein und ebenderselbe Mensch alle drey Stufen durch,laufe», und weil er seine vermeinte oder wirklicheKunstbegeistcrung über die Schranken der Vernunfthinausspannte, bedauerlich damit geendet, daß er zu,letzt das für bloße Waare ansehen mußte, waS ihmvorher ein Gegenstand der Verehrung gewesen.
Es versteht sich, daß ich auch die öffentlichenSpazicrgänge, besucht, habe, worunter der englischeGarten sich vortheilhast auszeichnet. Er hat eine ar-lige. Anlage- und seine, verschiedenen Abtheilungen sind"»genehm in einander verschlungen. Spiclereyen mitBrücken , Wasserfällcn, uRuinen und Denkmählern'»angeln auch nicht für Liebhaber der' romantischen^atur;,u»d für die Liebhaber vcr natürlichen Natur»lögen wohl die wasserreichen Bäche und Kanäle, dieMischen grünem Gebüsche hinfließen, das lieblichste seyn.
Auch wollte ich den letzten Abend noch die Um,Übungen der Stadt von der Südseite, wo ich letzt-hin nicht hingekommen war, sehen. Da aber gerade">»e Menge Floßholz die Jsar heruntcrgcschwommen
und aus dem Flusse gewaltig durch die engernKanäle strömte, so hielt mich dieses nicht unangenehmeSchauspiel lange aus. Und wie ich dann horte, daß
Hegner'S Werke IV. Ban». 10