Buch 
4 (1828) Briefe aus dem bernerischen Oberlande : ; Tagebuch einer Reise nach München ; Berg-, Land- und Seereise / Ulrich Hegner
Entstehung
Seite
172
JPEG-Download
 

nicht mit meinem Unterricht, es war keine Aufmerk-samkeit; dieser lobte einen Baum voll Obst, jener ei<ncn rauschenden Bach; mir kanr immer die mahlen«sehe Kirche in die Quere. Und als-nun gar mit ei«ncm Mahl der Nigi sich von» Nebel enthüllte, und sonahe vor uns stand, horchte kein Mensch mehr aufmeine Wissenschaft; mir selbst erstarb das Wort imMunde, und über der prachtvollen Gegenwart schwandauch mir die Erinnerung der Vergangenheit, der Cap«pclcrkricg mit allen seinen Unthaten. So ging es mitmeinen gelehrten Bemerkungen noch an mehrcrn Or«tcn; auf Reisen will man sehen, hören muß manzu Hause. Gleichwohl sind solche Notizen gut, aberes ist eine pedantische Störung, sich daran bindenzu wollen.

Die Sonne schien jetzt sehr heiß; jedoch derBerg, der sich vor uns in die Wolken thürmte, gabuns frischen Muth; wollen wir dort hinauf, so müsisen uns auch die paar Stunden, die wir noch biszum Zngcrsee zu gehen haben, nicht lang vorkom«mcn. — Und doch waren sie lang; denn da wiruns in dem weitläuftigcn, mit Fußsteigen durchschnitttencn Dorfe Baar nicht genugsam nach dem Wegeerkundigt hatten, kamen wir zu weit rechts, und gimgen fast eine halbe Stunde irre. Ein junger Bauerwies uns znrecht, und das war schön von ihm; aberda er, uns begleitend, sang: „Was sollt' ich aus bei»„Rigi thun, es gibt nichts oben als Wind und Fluhe?^