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4 (1828) Briefe aus dem bernerischen Oberlande : ; Tagebuch einer Reise nach München ; Berg-, Land- und Seereise / Ulrich Hegner
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die durch sie gekommen, nicht zu verkennen! JedesVolksthum stagnirt ohne das Salz der Fremde.

Gesalzene und ungesalzene sahen wir jetzt derReisenden eine Menge kommen und gehen, stündlichneue, eine bunte Wallfahrt zu diesem Tempel derNatur. Auch einen befreundeten Künstlergcsellschafts-genossen von Zofingcn traf ich nnvermuthct, und destoerfreulicher, hier an. An den Unbekannten suchte ichden Rest meines physioguomischen Sinnes zu üben,der mir noch aus Lavaters Schule geblieben ist, unddessen ich mit allen Mißgriffen und Fehlschüssen nichtlos werden kann. Eine Probe davon machte ich,indem wir beym Mittagessen saßen; Es trat einMann herein in langem bis zum Halse zugeknöpftenKleide, den Hut unterm Kinn festgebunden, mit strup-pigem Backen - und Sehnurrbart und trotzigem Blicke;in der Hand führte er einen zehrn Schuh langenSpeer, an welchem statt einer Spitze eine kleineSchaufel befindlich war. — Das ist der Nachtwäch-ter, dachte ich, ehe mir zu Sinn kam, daß ich in kei-ner Stadt sey. Aber gleich nach ihm erschien einähnlicher; nur hatte dieser statt der Schaufel einenlaugen Hacken oben auf dem Speer. Da kam eindritter, wo möglich noch seltsamer gekleidet, der stattdes Wauderstabs einen mächtigen Strcithammcr führ-te; auf seinem Hute waren, wie ein Ehrenkranz, is-ländisches Moos und andre Alpcnkräuter befestigt. —Sind es Kosacken? frugen wir einander leise. Allein