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digen können, wer auch noch so streng über den Wan-del seines Nächsten wacht. — Wir verließen alsoden stattlichen Ort, die angenehme Stadt, frühmor-gens den 8. September; und da sich Hindernisse zeig-ten, über Wasser nach Zug zurückzukehren, die Land-straße aber bis Zürich zu lang für müde Füße war,so setzten wir uns in einen offnen Wagen, und fuh-ren bey schönstem Wetter unter Obstbäumen voll lok-kcnder Früchte über Land. Uns begegneten, da heuteein Feiertag, Mariä Geburt, war, viele Landleutedie zur Kirche zogen. Kein großer Schlag von Men-schen, weder bey Männern noch Weibern, aber starkund gesund kamen sie mir vor, so viel man nämlichim Vorbeyfahren urtheilen kann. — Wer dem weib-lichen Geschlechte Liebe zum Putz vorwirft, soll auchdie Mädchen dieses Landstriches nicht davon ausnch-men. Ich habe wohl schönere Trachten in derSchweiz gesehen, aber keine war so bunt, wie dieserSonntagsanzng; vom Hut bis auf die Schuhe istalles mit Bändern, Schnüren, Streifen, Laschen, undwer weiß wie die Sachen alle heißen, von den höchstenFarben besetzt. Diese Mädchen kamen mir vor, alswenn sie durch den Regenbogen gegangen, und seineFarben an ihnen hängen geblieben wären. „Wirmüssen ihnen die Freude lassen, sagte ein alter Bauers-mann: heut im Putz und morn im Schmutz, heißtes da." Der Mann schien auch anzunehmen, daß