§. 5. Abplattung der Erde aus Pendelbeobachtungen.
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so findet man eine so nahe Uebereinstimmung, dass mansagen kann: durch die Pendelbeobachtungen ist der Beweisgeführt worden, dass beide Halbkugeln im Allgemei-nen eine gleiche Abplattung haben.
Hiermit war die, seit der Mitte des vorigen Jahrhun-derts, durch La Caille’s Gradmessung am Cap aufgetauchteVermuthung, dass beide Halbkugeln verschiedene Abplat-tungen hätten, vollständig widerlegt.
Neben diesem allgemeinen Resultat stellte es sich abereben so bestimmt, wie bei den Breitengradmessungen her-aus, dass an einzelnen Punkten in beiden HemisphärenAbweichungen vorkamen, die nicht zu einem regelmässigenRotations-Sphäroid passen. Hierdurch wird die Ansichtvon Laplace bestätigt, dass die wahre Figur der Erde einRotations-Sphäroid mit kleinen Aus- und Einbiegungen,oder wie Bessel sich ausdrückt, mit wellenartigen Erhö-hungen und Vertiefungen sei.
Indem Sabine zu seinen eigenen Beobachtungen nunnoch die der französischen Gelehrten zwischen Formenteraund Dünkirchen und die des Capt. Kater zwischen Dunnoseund Unst hinzufügte und diese 25 Beobachtungen nach derMethode der kleinsten Quadrate behandelte, fand er die
Abplattung = 2^9’ a ^ s0 ^ er vor 'S en se ^ r na h e über-einstimmend und auch sehr nahe = ^ T , welches das Ver-hältnis der Schwungkraft zur Schwere unter dem Aequa-tor ist.
Sabine hat auf seine Untersuchungen die grösste Sorg-falt verwendet und die zahlreichen Beobachtungen, welcheer benutzte, gehören zu den besten, die gemacht wordensind; man wird daher das obige Ergebnis gewisermassenals ein definitives Resultat der Pendelmessungen ansehenkönnen.
Der mathematische Ausdruck für die Länge des Se-