Band 
Zwölfter Band.
Seite
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Der Fächer.

Die Schaam, der Tugend Jungemagd,

Mit der beredten Rosenstirne,

Ward jüngst von einer eiteln DirneAus ihrem Putzgcmach gejagt.

Sie floh mit ungewissem SchritteNach irgend einer Schäferhütte.

Es war ein heißer Sommertag.

Nachdem sie baß geschwitzetlhatte,

Fand sie auf einer bunten MatteDen Amor, der im Schatten lagUnd froh mit einem Fächer spielte.

Sie war erschöpft. Der lose Fant,

Nicht stets ihr Freund, doch stets galant.Trat lächelnd zu ihr hin und kühlteMit seinem Schirm ihr Angesicht.

Sonst floh sie ihn, jetzt floh sie nichtUnd duldete mit holden MienenDen Liebesdienst. „O! schenke mirDen Schirm," sprach sie; „was nützt er dir?Uns Mädchen kann er besser dienen,

Wenn uns der Jüngling Worte sagtUnd Blicke gibt und Bitten wagt,

Bor denen wir erröthcn müssen."

„Da n>mm ihn hin, mein schönes Kind,"Versetzt der Schalk; „wir beide wissen,

Wie groß des Fächers Dienste sind.