Band 
Zwölfter Band.
Seite
123
JPEG-Download
 

123

Geliebet und verehrt zugleichVon Kindern und von Greisen,

Nicht reich an Schätzen, aber reichAn Tugenden des Weisen,

War er doch stets durch seinen Pflug,Und durch sein Herz auch reich genug,Um der bedrängten ArmenSich mildreich zu erbarmen»

Gebrach's an Geld, so gab er Rath,Litt bei des Nachbars Leide,

War vor Gericht sein AdvokatUnd theilte seine Freude.

Den Mädchen las er Männer aus,Band selber ihren Hochzeitstrauß,

Und war bei ihrem FesteDer fröhlichste der Gäste.

Gab es in Ehen Zwist, so nahmMan ihn zum Schiedsmann; kränkteEin Sohn die Eltern, brav und zahmWard er, wenn er ihn lenkte»

Er strafte sanft, gab duldsam nach;Helft, sprach er, wir sind alle schwach,Die Fehler und die PlagenEinander liebreich tragen.