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Beschreibung der in England seit 1759. angelegten, und jetzt gröstentheils vollendeten schiffbaren Kanäle, zur innern Gemeinschaft der vornehmsten Handelsstädte : Nebst einem Versuch einer Geschichte der inländischen Schiffahrt, und aller, bis jetzt, in- und außerhalb Europa bekannten schiffbaren Kanäle / Von J. L. Hogrewe ...
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28 Geſchichte der inlaͤndiſchen Schiffahrt.

nannten Kanals allenthalben einfalle, daß der Boden deſſelben nicht allenthal—ben gleich tief, daß er ohne Noth ganz krumm ausgegraben ſey, daß es an ei—nem Damm fehle u. ſ. w. Der Monarch war doch noch ziemlich gefaßt, undſagte zu Piſarew, Gregori! es giebt zwey Arten von Fehlern, erſtlich, wennman aus Unwiſſenheit ſuͤndiget, zum andern, wenn man ſich ſeiner Augen unduͤbrigen Sinne nicht bedienet, welcher letzte Fehler der ſchlimmſte iſt. Warumiſt das Ufer des Kanals nicht eingefaſſet? Warum hat er ſo viele Kruͤmmun—gen? Piſarew wollte ſich entſchuldigen, und ſagte: wegen der Huͤgel. DerKayſer ſtand auf, ſah ſich um, und fragte, wo ſind denn Huͤgel? wahrhaftigdu biſt ein Taugenicht. Jedermann dachte, der Kayſer wuͤrde den Piſarewmit dem Stocke ſchlagen, und dieſer haͤtte wohl gewuͤnſcht, daß ſolches geſchehenwaͤre, um deſto eher Vergebung zu erlangen. Allein der Monarch beſann ſich.

So weit habe ich,(nemlich Herr Buͤſching) den eigenen Aufſatz des Gra-fen von Muͤnnich, den er 1765. von dieſer merkwuͤrdigen Begebenheit machte,abgeſchrieben. Ich bedaure daß ich ihn nicht ganz habe. Unterdeſſen wird je—dermann das bisherige Stuͤck mit Vergnuͤgen leſen, und zweifelhaft werden, ober am meiſten den Muth des Grafen von Muͤnnich, oder die Bemuͤhung undSorgfalt des großen Monarchen, bewundern ſoll.

Von nun an wurde der Kanal nach Muͤnnichs Meinung eingerichtet undfortgeſetzet. Im folgenden 1724 ſten Jahre, kamen 4 Werſte von Muͤnnichs Ar—beit zu Stande. Der Kayſer beſah dieſelbe, ließ ſich von ihm eine Schaufelgeben, und fieng an, den Damm, welcher das Waſſer aufhielt, ſelbſt durchzu—ſtechen, um es in erwaͤhntes neues Stuͤck des Kanals einzulaſſen. Er pflegtezu ſagen: der Kanal ſollte St. Petersburg und Krohnſtadt die Lebensmittel,der Flotte die Baumaterialien zufuͤhren, und den Handel zwiſchen Rußland unddem uͤbrigen Europa in Aufnahme bringen. Einſtmals ſchrieb der Kayſer ei—genhaͤndig einen ſehr gnaͤdigen Brief an den General-Lieut. Muͤnnich, den erihm auch ſelbſt uͤbergab, und darinn er ihm ſein Wohlgefallen an dem Kanalbau

bezeugte. Kurz vor ſeiner toͤdtlichen Krankheit, die er ſchon fuͤhlte, kam erdon