k>aß ei« glänzender Endzweck einen ungerechten Schrittentschuldigen könne, nicht daß unter Königen eine ander«Rechtschaffenheit gelte, als unter den niedrigsten Erdbe»wohnern. Wenn man gegen ihn treulose Künste versuchte,so vereitelte er sie durch seine Klugheit. Denn, so sehrer die StaatSkünstelei verachtete, so sah er doch ihre Fin-sternisse durch. Er vermuthete die Ursachen und verkün-digte die Folgen mancher dunkeln Begebenheit, noch ehesie sich ganz entwickelt hatte. Oft ermunterte ein kleinerBorfall seine ganze Geschäftigkeit, und noch öfter blieb erruhig, wenn nach dem Urtheil des großen und kleine»Pöbels ein Ungewitter aufzog.
Alle Kräfte, die Europa zerrütten, oder die eS be-ruhigen konnte, die Macht und Ohnmacht seiner Völkerund Fürsten, hatte Dernstorf durch eine lange Erfahrungzuverlässig zu schätzen und zu vergleichen gelernt.
Das Verdienst eines Staatsmannes ist alsdann ohneWiderspruch entschieden, wenn der Hof, dem er dient, auchmit weniger Gewalt, unter den mächtigsten Höfen, eineehrenvolle Stelle behauptet, wenn man seine Wünsche un-terstützt, wenn man ihm mit Achtung und Würde begeg-net. Dänemark hatte unter Bernstorf'S Verwaltung mehrEinfluß, als zu irgend einer Zeit, in die größten Ange-legenheiten der Welt. Selbst Staaten suchten seine Freund-schaft, die kein natürlich Interesse dazu antreiben konnte;des KönigS Stimme war ehrwürdig, auch an größere«Thronen; sein Rath ward nie ohne Achtung gehört undgab öfters zum Wohl fremder Völker den Ausschlag.
In einem bedenklichen Zeitpunkt des KrtegeS, der da-