I2S
Eilfter
Brief.
An Herrn Garrick.
Paris den 27. November I7b».
Endlich ist mein Wunsch erfüllt: Ihre Freundin Clai-ron hat vorgestern bei der Frau von Villeroy ihre Lieb-lingsrolle, Dido, gespielt, auf einem kleinen prachtlosenTheater, aber sie zauberte Würde um sich her) für unsereEmpfindung stand fie da, wie im Nirgil, als Aeneas sie er-blickte, in ihrer emporsteigenden Königsstadt.
Ihnen ist das langweilige Drama bekannt; es dauertewig und schreitet nicht fort. Wer mag das Jammern einesverliebten Weibes, und die kalte Wundermoral des frommenHelden durch fünf lange Akte, auch selbst in schönen Versen,hören? Pompignan ging unter an der Klippe, wo Racine,in seiner Berenice, nur so eben behalten vorbei kam, Keu-scher Ehrgeiz im Kampf mit der Liebe ist immer eine wider-liche Gruppe, zumal wenn der Held, wie hier, für keinenSturz. I. 9