Band 
Zweiundzwanzigster Band. Zweiter Theil.
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unterscheiden. Auch in Kleinigkeiten war er nicht wie An-dere. Er wollte sich üben, es auch im Große« nicht zu seyn)er kleidete sich wie ein Armenier, nickt sowohl aus Hang zurSeltsamkeit, als weil er diese Trackt bequemer als unseresteifen Moden fand. Niemand wußte mehr die Herzen zugewinnen; die größten Männer schätzten ihn hoch, aber ernannte sie nickt in seinen Schriften. Er rühmte sich ihrerBekanntschaft nicht; er zog dafür seinen würdigen Lands-mann Abauzit aus seiner Dunkelheit hervor, dessen sanfte,durch Wissenschaften aufgeklärte Seele seine ganze Zärtlich-keit besaß. Immer sprach er mit Wohlgefallen von demwürdigen de Luc, diesem herzhaften Vertheidiger der Frei-heit seines Vaterlandes. „Er kann," sprach er, „fehlen undirren; aber sein Herz ist rein wie die Unschuld." Nicht-war ihm heiliger als die Freundschaft; und er nannte dengroßen Bacon selten, ohne mit einem tiefen Seufzer anzu-merken, daß er gegen seinen Freund und Wohlthäter, denGrafen Cssex, geschrieben habe. Er hat fast immer unterFranzosen gelebt, aber er liebte dieses Volk nicht. „Sie er-tragen," sprach er, „Jedermann, so lange man nicht an ihreVergnügungen rührt. Ein System über die Gottcsläugnungwird eher in Frankreich geduldet, als eine Kritik über ihrenGesang. Man hat mich nicht ermorden wollen, weil ich denEmil schrieb, sondern weil mir ihre Musik nicht gefiel."

Ob ihn gleich sein Vaterland auswarf, so war es ihmdoch immer theuer. Von allen Zügen der griechische» Tu-gend hat ihn keiner mehr als Plutarch'S patriotische Hand-lung gerührt, der eine kleine Richterbedieoung in seiner Va-terstadt Chäronea dem Amte eines kaiserlichen Statthalters,,und zwar unter dem Trajan, vorzog.

Unter de« Neuern gibt es wenige Menschen, die er hö-