Band 
Zweiundzwanzigster Band. Zweiter Theil.
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mien für eine unnütze Erfindung unserer Zeit. „Sobald,"sprach er, „irgend ein Gedanke einer allgemeinen Reformin einem französischen Kopfe keimt, so entsteht der Plan ei-ner Akademie. Gesetze, Ackerbau und Handel, Alles soll indiesen Schulen gelehrt werden, und nicht durch Männervon, Handwerk, sondern durch betitelte Dilettanti. Aber dieBüchergelehrten haben noch nie eine richtige Theorie erfun-den; noch weniger find ihnen die Schwierigkeiten und Vor-theile der Ausübung bekannt; und sobald eine Akademiedaraus wird, so verliert sich endlich der Gegenstand, imeitlen Gepränge der Formalität und im Geschwätze der Mit-glieder. Jeder geschäftige Stand unter den Menschen sollteseine Lehrer und Gesetzgeber aus seiner eigenen Classe neh-men. Eine vernünftige Mutter wird treffender, als Lockeund Fenelon, von der Erziehung reden. Freilich erhebt siesich nicht zum Allgemeinen; sie entwirft keinen vollständige»Plan: aber in einzelnen Fällen sind ihre Lehren vortrefflich."Man wird in diesen Urtheilen die scharfe Richtigkeit seinerBegriffe und den angemessenen Ausdruck erkennen. KeineBetrachtung hielt ihn jemals vom aufrichtigen Geständnisseiner Meinung zurück; er hing an keinem Svstem, an kei-ner Partei noch Secte; er ging gerade auf seinen Endzwecklo», und ergriff die Wahrheit, wo er sie fand, oder zu fin-den glaubte, mit einer Art von Leidenschaft. Er setzte Al-les in Handlung, und wollte, daß sich Jeder frage, nicht,was hast du gelehrt? sondern, was hast du gethan? und istdir eine gute That gelungen? was ist dir noch übrig zuthun? Er wiederholte oft den Spruch des Alten: „wenn duso viel Jahre verschwendest, um Weisheit zu lernen, wieviel Zeit bleibt dir denn zur Ausübung noch? Ich möchte,"sprach er, „ein Mitglied einer Akademie seyn, wo Jedergetreulich aufschriebe, was er Gutes und Böseö thäte."