Band 
Zweiundzwanzigster Band. Zweiter Theil.
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An Luisen.

Sie nehmen die Sache tragisch, Madame, und hättenmir bald das Gewissen gerührt; denn ich möchte nicht gern,daß mein Blatt irgend eine Reise nach dem Deister verdürbe»Aber nichts ist verloren; beruhigen Sie sich. Der HerrGemahl richtet jetzt sein Fernglas allein auf den bezeichne-ten Fleck, und gibt das übrige Land ohne Argwohn, mitallen seinen Verschanzungen, Preis. Lassen Sie ihn nur indem Falle mißtrauisch werden, wenn Sie irgend etwas hef-tig verwerfen. Ihnen bleibt immer noch daö gleichgültigeNein, das schmachtende Ja, der vielseitige Bortrag, mit derFarbe, die den Wunsch colorirt, der Meisterzug sich aus-forschen zu lassen, um scharfsinnig überrascht zu werden,das widerlegende Schweigen, das überzeugende Lächeln, unddie noch beredtere Thräne. Sie sehen, wie wenig verrathenist; nur ein kleiner Artikel aus der weiblichen Encyklopädie,die täglich durch neue Supplemente vermehrt wird. Alsomit Ihrer Ruhe und Ihrer häuslichen Polizei steht eö nochsehr gut, und das seidene Band, »der die goldene Kette,hält immer noch fest.

Nur zum Ordensband, Madame, taugt diese Kettenichts; denn sie wird vom Fürsten und Bettler getragen, undist schon lange kein besonderes Ehrenzeichen mehr. Ich einPolitiker, Louise? Freilich wird mein Wille nie gebrochen;aber meine ganze Politik, im Vertrauen gesagt, ist — kei-