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Zweiundzwanzigster Band. Zweiter Theil.
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aber wirklich der Meinung, baß es leicht sey, Weiberlist zuergründen, so hören Sie, zu Ihrer Erbauung, eine Ge-schichte aus dem Orient, wo die Weiber Sclavinne« sind.Um sie zu begreifen, ist nöthig zu wissen, daß in Arabienein Spiel im Gebrauch ist, welches in einer Wette besteht,nichts von dem andern anzunehmen, ohne d»S Wort» Dia-dests, auszusprechen. Zuweilen dauert das Spiel verschie-dene Wochen durch; beide strengen ihren Scharfsinn an, umsich einander zu überraschen; wer am ersten die Bedingungvergißt, und etwas nimmt, ohne das Wort auszusprechen,hat die abgeredete Wette verloren.

Ein Philosoph in diesem Lande hatte, weil er nichtunempfindlich war, lange der weiblichen Herrschaft gehul-digt, und nahm sich auf ein Mal vor, klüger zu werden.>Er schrieb daher ein Buch von ihren Ränken und Künstenzusammen, und führte es überall mit, um sich bei jederGelegenheit daraus Raths zu erholen.

Eines Tages kam er ein arabisches Lager vorbei; dasaß, am Eingang ihres Zeltes, eine junge muntere Frau,die ihn freundlich grüßte, und ihn gastfrei einlud, bei ihrauszuruhen. Er hatte sich kaum niedergelassen, ihrenWuchs, ihren Blick, das einsame Zelt, den Teppich unddie Kissen betrachtet, so ward ihm für das System seinerWeisheit bange. Er nahm also seine Zuflucht zu dem Bück,schlug die Augen nicht weiter auf, und las andächtig vorsich weg. „Das ist ja wohl ein treffliches Buch," sagtedie Araberin, „das dich so hinrückt?" — „Allerdings," gabder Philosoph zur Antwort: „es enthält Geheimnisse" —„die du mir nickt offenbaren willst," fiel ihm die Frau ineinem von den Tönen in die Rede, mit welchen alle Saiten