Band 
Zweiundzwanzigster Band. Zweiter Theil.
Seite
149
JPEG-Download
 

1»s

teil um seine Gunst; er hingegen beugte sich nicht vor Rang«nd Titel, und wies den Hochmuth bitter zurück. Einstnahm sich ein ungesitteter Lord heraus, ihn verächtlich HerrKomödiant! zu nennen; „das bin ich," gab ihm Foote zurAntwort, mit einem auf ihn gehefteten Blick, „und studirejetzt eben Kaliban*)."

Er war wohlthätig, freundlich, gefällig, »»ermüdet sei-nen Freunden zu dienen; jedes Talent war ihm werth; jedeScene des Elends weckte sein Mitleid; seine Casse war im-mer der Dürftigkeit offen. Seine Fehler rührten mehr ausLeichtsinn, als aus einem verdorbenen Herzen her; weil ernie einen Einfall verschluckte, so hat er selbst seine Freundenicht immer geschont, und man wirft ihm noch andere Schwach-heiten vor. Aber wer mag schadenfroh den Schleier wegziehn,dessen jeder Sterblicher bedarf? kssoe be to bis sslie» **)!

Es gibt eine ehrbare Menschengattung, die es äußerstabgeschmackt findet, daß ein Schauspieler, ein Iiistrion, wieman daS Wort unter vornehmen Leuten übersetzt, höher alsmancher Lordmajvr geschätzt wird. Aber, Freunde, es istkein verächtliches Talent, vernünftige Leute lachen zu machen.Unvermischtes Vergnügen dürfte wohl in diesem Erdenlebenallein in den Augenblicken gedeihen, wenn wir im Rauscheder Fröhlichkeit nur wenig Spannen um uns sehen. Ernst-hafte Weise haben uns klüger, aber darum nicht glücklichergemacht. Wer uns belustigt, zaubert eine Feeninsel um unsher, in der wir uns vortrefflich gefallen. Darum ehren wirdie Schöpfer der Freuden, als Wohlthäter des Menschen-geschlechts.

*) Das grobe Unthier im Dhakespear.

") Fried« mit seiner Asche!