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Zweiundzwanzigster Band. Zweiter Theil.
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unter Geschwistern zu dulden, die alles wechselseitige Ver»trauen aufhebt? — In unserm Hause fügt es sich zum Un»glück, daß wir beide unsre Brüder und Schwestern ernährenmüssen, und diese Sorge fällt größten Theils auf meinewohlerzogene Schwester. Man setze den Fall, daß sie bett-lägrig würde (und sie ist leider! mit Gichtflüssen geplagt),müßte dann nicht Hunger und Elend unser unvermeidlichesLooS seyn? denn ich bin nicht geschickt genug, einen Bettel-brief zu schreiben, und muß mich auch zu diesem Aufsatz frem-der Hände bedienen. Sie kann sterben, und so bleibt unsrerverlaßnen Familie keine Versorgerin übrig.

O gebieten Sie den Aeltern gegen Alle ihre Kinder eineungetheilte, unparteiische Liebe. Ich bin

Ihre demüthige Dienerindie linke Hand.

Der concipirende Anwalt sah einen Knaben in Eng-land, der mit beiden Händen gleich fertig schrieb, ohne ir-gend ein Kunststück, als daß man ihn gewöhnte, die näm-liche Vorschrift Wechselsweise mit der linken und rechtenHand abzuschreiben; denn beide Hände müssen gleich geübtwerden. Als Jouoenet durch einen Schlagfluß gelähmtward, sing er mit glücklichem Erfolg an, mit der linkenHand zu malen, und es ist nach einem seiner historischenGemälde ein Kupfer mit der Unterschrift bekannt: ?. äou-venet äextr» paralz-ticus »ini»trs pinxit. Jeder Instrument-spieler erfährt, wie gelehrig die linke Hand sey. Die Sacheverdient aller ErziehungS-Philosophen Aufmerksamkeit.