Band 
Zweiundzwanzigster Band. Zweiter Theil.
Seite
169
JPEG-Download
 

Aus dem Füllhorn, das sie lächelnd hält,Sieh, was Alles auf uns niederfällt:Priesterkragen, Poschen, Locken, Zöpfe,Federbüsche, tiefer Ehrfurcht werth,

Für Dragoner und für Mädchenköpfe,Oder für ein stolzes Schlittenpferd!

War einst Bayard wohl nicht kühn genug,Weil sein tapfres Herz im Küraß schlug?Sind es Helden, die in Tuch und SeideBebend jauchzen, wenn die Kugel fehlt?

Oder hat die Mode bloß zum KleideGestern Eisen, heute Stoff gewählt?

Auf der Kanzel lehrte sie vorhinHohle Seufzer aus der Brust zu zieh»,

Und nun rührt sie durch ein schmachtend Lächeln»Durch ein frei hinwallendes Gewand,

Durch BegeistrungSblicke, durch das FächelnMit der sanft erhob'nen weißen Hand.

Sonst war Ordnung Stolz der Wissenschaft;Auch der Kunst verlieh sie Nervenkrast:

Nun verhöhnen wir das Schulgeschwätze,Folgen schöpferischen Launen nur.

Sclaven seufzen unter dem Gesetze,

Freie herrschen über die Natur!