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Bemerkungen auf einer Alpen-Reise über den Brünig, Bragel, Kirenzenberg, und über die Flüela, den Maloya und Splügen / von Karl Kasthofer
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die eben, weil sie harzige Theile, mithin vielen Kohlenstoffenthalten, der Erde beigemischt die Fruchtbarkeit erhöhen,und daher oft in den Fichten-, den Kiefer- und den Lärch-tannenwäldern im Großen gewonnen werden, und zur Dün-gung der Ländereien dienen könnten.

Eine eilig zu Pferd ausgeführte Reise nach Klosters,und nach den Alpen an der Grenze des Tyrols und des En-gadinS, hatte unö das Vergnügen gewährt, verehrte Freundewieder zu sehen, und über die Landwirthschaft des höchstenTheils des PrältigauS noch einige Erkundigungen einzuzieh'n.

In Klosters reicht das Allmendland zur Weide von etwaZoo Kühen hin. Jeder Haushaltung wird so viel Pflanzland,als sie wünscht, zum Pflanzen von Kartoffeln und Getreideangewiesen, jedoch nur für fünf Jahre, da nach dieser Zeitdieses Pflanzland, das durch den Nutzniesser von Steinen nndUnkraut geräumt seyn soll, wieder zum Vortheil der Gemein-weide auSgeschlagen werden muß. Jeder Bauer in Klosters,der auf den Gcmeinalpen Weidrechte besitzt, kann auch inder Höhe der Berge auf Mädern, die mit den Alxrechtenverbunden sind, Wildheu mähen, welches Heu dann nicht aufden Alpen verfüttert, sondern nach dem Thale gebracht, undals Aufzug auf den Wintergücern verfüttert wird. Ausserdiesen Alpenmädern giebt es dann auch sogenannte Freimäderauf der Höhe der Gemeinberge, wo jeder Gemeindsmann/der keine Kuh auf die Gemeinalpen zu treiben vermag, sichWildheu mähen kann. Auf den Jakobstag (nach alrem Ka-lender) muß der Wildheuer vor Sonnen. Aufgang sich aufdem Freimad einfinden, und dann hell jauchzen, um feineBesitznahme fernehin kund zu thun. Ertönt kein Jauchze»von einem andern Wildheuer, so bleibt er alleiniger Besitzerdes Heuertrags; ist ihm ein Wildheuer zuvorgekommen, dessenStimme sein Jauchzen erwiedert, so muß der später gekom-mene sich M anderes Freimad suchen, oder sich mit demkleinern Theil des Heuertrags nach Uebereinkunst begnügen,