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Bürger's Gedichte
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Sammt den Charitinnen waltetNeben ihr zugleich ihr Sohn.Festlich, Hand in Hand gefaltet,Stehn wir um den Götterthron.Alle Nymphen sind geladen.Nymphen, aus Gcfild' und Hain,Oreaden und NajadenWerden um die Göttin seyn.Liebevoll von ihr berufen.

Huldigt Alles seiner Pflicht.

Knie an Knie erfüllt die StufenUnd das hohe Throngericht.

Morgen liebe, was bis heuteNie der Liebe sich gefreut!

Was sich stets der Liebe freute,Liebe morgen, wie bis heut'!

Ha, wie froh heran zum FesteSchon der Nymphen Schaaren zieh'n!Amor grüßt mit Huld die Gäste;

Doch die Gäste meiden ihn.Nymphen, die sein Köcher schreckte,Seht ihr nicht, was Amor that?

Daß er Wehr und Waffen streckte,Daß er sich in Frieden naht?

Heut' entwaffnen ihn Gesetze,

Die er achtet, die er scheut,

Daß er nicht ein Herz verletze,

Wenn es gleich ihm Blöße beut.