Band 
Dritter Band.
Seite
82
JPEG-Download
 

82

edler Ritter, daß ich gekommen bin, durch Salben und Lat-wergen Eure Genesung zu befördern nach Art unkundigerAerzte, die auf den tauben Dunst *) kuriren; Eure Gesund-heit ist auf den Fittigen der Liebe entflohen, sie kann auchnur auf denselben zurückkehren. Ich verwunderte mich baS,daß Meister Theophrast so genauen Bescheid um die Geheim-nisse meines Herzens wußte, als wenn er's mit dem anato-mischen Messer zerlegt hätte, und als ein Opferpriesterdaraus wahrsagte. Also verhehlt' ich ihm nichts von dem,was er bereits wußte, und fügte noch gar trübselig hinzu:

Wie soll ich von der Liebe Genesung hoffen, die mich tückischmit einem Bande umschlungen hat, in welchem bereits derunauflösliche Knoten zugezogen ist. Es bleibt mir nichtsübrig, als mich in mein Schicksal zu ergeben und in dertrüglichen Schlinge zu ersticken. Mit nichte», versetzte er;

Liebe ohne Hoffnung ist freilich bitirer als der Tod; aberlaßt Eure Hoffnung darum nicht schwinden. Es begibt sichnichts Neues unter der Sonne, was sich aber schon begeben 'hat, das kann sich auch wieder begeben. Der magre Tithoahatte sich nickt träumen lassen, daß er in dem Bette derMorgenröthe schlafen würde; d-nnoch hatte er sich in denArmen der Göttin so abgeliebt, daß endlich seine ganzeKorpulenz zur Schöpfung einer Heuschrecke kaum hinreichte.

Da der Hirtenknabe auf dem Berg Zda seinen Schafe» dasdürre Gras hinunterschalmeite, ahnete er nichts davon, taster die schöne Spartanerin dem sorglosen MenelauS entrei-ßen und als eine Liebesbcute davon führen würde; und um-war der Ritter AnchiseS mehr als Ihr? Dennoch erhielt er .bei der schönsten der Göttinnen des Himmels über den-

') >»f,,t »lück, auf »erathewohl.

>i